22 January 2026, 07:31

300 Demonstranten fordern Frieden mit Russland und Bargeld-Erhalt in Reutlingen

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift 'Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus' vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund. In der Nähe befindet sich ein Fahrrad und eine Tasche auf der Straße.

300 Demonstranten fordern Frieden mit Russland und Bargeld-Erhalt in Reutlingen

Friedensdemo, Freiheitsforderung und Bargeld: 300 Menschen protestieren in Reutlingen

Am Samstag fand in Reutlingen eine Demonstration für Frieden, Freiheit und die Erhaltung von Bargeld statt. Rund 300 Menschen zogen durch die Stadt, organisiert von Kevin Brügmann, der bereits durch frühere Proteste gegen Corona-Maßnahmen bekannt geworden ist. Die Kundgebung zog sowohl Unterstützer als auch Gegenprotestler an; die Polizei war mit einem starken Aufgebot vor Ort, um Auseinandersetzungen zu verhindern.

Die Demonstranten forderten ein „friedliches Europa mit Russland“, den Erhalt des Bargelds sowie freie Medien. Teilnehmer trugen deutsche und Friedensfahnen, während in Reden staatliche Überwachung, politische Doppelmoral und sogenannte „Provozierorgien“ der Politik kritisiert wurden. Brügmann, der zuvor die Initiative „Gemeinsam für Deutschland“ angeführt hatte, distanzierte sich nach dem zweiten Reutlinger Aufmarsch der Gruppe – Grund waren Berichte über rechtsextreme Beteiligung.

Etwa 70 Menschen bildeten eine Gegenkundgebung mit Transparenten für ein „buntes Reutlingen“ und gegen jüngste Äußerungen von Kanzler Merz zur Migrationspolitik. Beteiligt waren Vertreter der Linken, der SPD, der Grünen, der Initiative „Omas gegen rechts“ sowie des Hilfsvereins „Drei Musketiere". Unterstützung erhielt die Gegenveranstaltung auch von den Schweizer Aktivisten „Freiheitstrychler“, die sich gegen Corona-Maßnahmen engagieren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent, darunter eine berittene Einheit, nachdem es bei früheren Protesten zu Blockaden durch Gegenprotestler gekommen war. Die Behörden sorgten dafür, dass die beiden Lager getrennt blieben und die Ordnung gewahrt wurde.

Die Demonstration endete ohne größere Zwischenfälle, doch die Spannungen zwischen den Teilnehmern und Gegenprotestlern blieben spürbar. Brügmanns Veranstaltung unterstrich die anhaltenden gesellschaftlichen Gräben in Fragen politischer Freiheiten, Medienunabhängigkeit und der deutschen Haltung gegenüber Russland. Die Polizei bestätigte, dass es während der Kundgebungen zu keinen Festnahmen gekommen war."