Apotheken drohen mit Streiks: Warum die Branche jetzt um ihre Zukunft kämpft
Ludger RörrichtApotheken drohen mit Streiks: Warum die Branche jetzt um ihre Zukunft kämpft
Deutsche Apotheken drängen auf dringende Reformen, um ihre Zukunft zu sichern
Clara Hartmann, Mitmoderatorin einer kürzlichen Branchenveranstaltung, warnte, dass ohne Fortschritte bei der Gebührenregelung und fairen Wettbewerbsbedingungen mit Streiks zu rechnen sei. Ihre Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Spannungen, da uneingelöste Versprechen und die sich wandelnde Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen für Unmut sorgen.
Hartmann betonte, dass Apotheken verlässliche Gebührenstrukturen vonseiten der Politik benötigten. Ohne diese sei die finanzielle Stabilität des Sektors weiterhin gefährdet – ein Problem, das durch Inflation und steigende Kosten zusätzlich verschärft wird.
Auch die Wettbewerbsregeln standen in der Kritik. Hartmann forderte gleiche Bedingungen für stationäre Apotheken, Versandapotheken und Online-Anbieter. Unfair begünstigte digitale Dienstleister könnten sonst lokale Betriebe aus dem Markt drängen, so ihre Warnung.
Die Zukunft der Apotheken liege ihrer Meinung nach in einer stärkeren Spezialisierung und einer ausgeprägteren Rolle im Gesundheitswesen. Erweiterte Dienstleistungen wie Beratung, Prävention und anspruchsvolle pharmazeutische Betreuung müssten zum Standard werden. Zudem sprach sich Hartmann für die Einführung von Apotheken-GmbHs aus, um die Eigentumsstrukturen zu modernisieren. Fachverbände sollten dieses Modell ihrer Ansicht nach weiter vorantreiben.
Ein weiteres zentrales Thema war die Nachfolgeregelung. Hartmann wies auf die Notwendigkeit hin, jungen Apothekern den Einstieg in bestehende Betriebe zu ermöglichen. Fehlten klare Perspektiven, drohe vielen Apotheken die Schließung.
Besonders deutlich wurden ihre Warnungen bei der Diskussion über mögliche Streiks. Sollten die im Koalitionsvertrag vereinbarten Gebührenerhöhungen weiterhin blockiert werden, sei Arbeitskampf unvermeidbar, so Hartmann. Dr. Stefan Hartmann, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK), teilte ihre Frustration. Er kritisierte, dass die Regierung versprochene Reformen nicht umsetze und die Branche damit in der Schwebe halte.
Abschließend rief Clara Hartmann Apotheken, Landesbehörden und Bundesorganisationen zur Einheit auf. Nur durch gemeinsames Gestalten des parlamentarischen Prozesses ließe sich ein echter Wandel erreichen.
Die Forderungen nach Handlungsdruck kommen zu einer Zeit, in der Apotheken unter wachsendem finanziellen und strukturellen Druck stehen. Ohne Gebührenreformen, faire Wettbewerbsbedingungen und klare Nachfolgeregelungen steigt die Gefahr von Arbeitskämpfen. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob sich der Sektor anpassen kann – oder ob die Konflikte eskalieren.






