Apothekenbranche kämpft mit Überalterung und Fachkräftemangel bis 2039
Gabor HethurApothekenbranche kämpft mit Überalterung und Fachkräftemangel bis 2039
Deutschlands Apothekenbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel, da eine große Zahl älterer Beschäftigter in den Ruhestand geht. In den nächsten 15 Jahren wird eine Welle von Babyboomer-Rentnern die Belegschaft grundlegend verändern. Aktuelle Zahlen zeigen bereits heute eine überalterte Berufsgruppe: Fast ein Drittel der Apotheker ist 56 Jahre oder älter.
Das Durchschnittsalter der Apotheker in öffentlichen Apotheken liegt bei 48,4 Jahren. Führungskräfte in diesem Bereich sind noch älter – im Schnitt 53,6 Jahre. Gleichzeitig sind 30 Prozent aller Apotheker 56 Jahre oder älter, wobei 13,5 Prozent zwischen 56 und 60 Jahre alt sind.
Jüngere Fachkräfte bilden dagegen eine deutlich kleinere Gruppe: Nur 12,5 Prozent der Apotheker sind zwischen 31 und 35 Jahre alt, während 10,7 Prozent unter 30 Jahre sind. In Krankenhaus- und Industrieapotheken fällt das Durchschnittsalter mit 41,3 bzw. 43 Jahren etwas niedriger aus.
Auch die gesamte deutsche Erwerbsbevölkerung spiegelt diesen Alterungstrend wider. Derzeit sind 24 Prozent der 55- bis 64-Jährigen noch berufstätig – im EU-Vergleich liegt der Wert bei 20 Prozent. Bis 2039 werden voraussichtlich 13,4 Millionen deutsche Arbeitnehmer das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschritten haben.
Der Rückzug der älteren Apotheker wird Lücken in der Branche hinterlassen. Da weniger junge Fachkräfte nachrücken, könnte der Sektor Schwierigkeiten haben, Schlüsselpositionen zu besetzen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut Deutschland diese demografische Herausforderung meistert.






