Apothekerin aus Roding zahlt 25.000 Euro doppelt – nach Betrug mit gefälschter Merck-Rechnung
Hans-Jürgen PeukertApothekerin aus Roding zahlt 25.000 Euro doppelt – nach Betrug mit gefälschter Merck-Rechnung
Apothekenbesitzerin in Roding muss 25.000 Euro doppelt zahlen – nach Betrug mit gefälschter Rechnung
Die Inhaberin der Marien-Apotheke in Roding, Carolin Schleußinger, ist auf einen Betrug mit einer gefälschten Rechnung hereingefallen und steht nun vor einer doppelten Belastung von 25.000 Euro. Die Betrüger gaben sich als der Pharmakonzern Merck aus. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Welle von Cyberangriffen, die sich gezielt gegen Apotheken in ganz Deutschland richten.
Im vergangenen Jahr hatten Apotheken einen starken Anstieg gefälschter Rechnungen gemeldet, die angeblich von Merck stammten. Das Unternehmen bestätigte später, dass es sich dabei um gezielte Cyberangriffe auf die IT-Systeme der Apotheken handelte. Auch Schleußinger erhielt eine solche Rechnung – versehen mit neuen Bankdaten und einer spanischen Adresse –, hielt sie jedoch für echt.
Nach der Überweisung von 25.000 Euro schickte sie ihre Kontoauszüge an Merck – nur um kurz darauf eine erneute Zahlungsaufforderung zu erhalten. Erst dann klärte das Unternehmen auf, dass die erste Rechnung gefälscht gewesen war. Merck hatte Apotheken zuvor auf seinem Online-Shop dazu aufgefordert, Bankverbindungen genau zu prüfen. Doch Schleußinger hatte keinen Grund, an der Echtheit der Rechnung zu zweifeln.
Verärgert über die Reaktion des Konzerns argumentiert Schleußinger, dass der Hackerangriff sich gegen Merck und nicht gegen ihre Apotheke gerichtet habe. Sie wirft dem Unternehmen mangelnde Transparenz vor und bezichtigt es, das Problem herunterzuspielen. Aus Sorge, Merck könnte künftige Medikamentenlieferungen zurückhalten, hat sie mittlerweile Anzeige bei der Polizei erstattet und holt juristischen Rat ein.
Der Fall lässt Schleußinger mit möglichen finanziellen Verlusten zurück, während sie auf rechtliche Klarheit wartet. Merck hat zwar das allgemeine Betrugsproblem eingeräumt, sich zu ihrem konkreten Streitfall jedoch nicht geäußert. Unterdessen bleiben Apotheken in Alarmbereitschaft, da Cyberkriminelle weiterhin Zahlungssysteme ausnutzen.






