24 May 2026, 14:46

Autor gewinnt Prozess nach Beleidigung von Philipp Amthor – doch das Gesetz bleibt umstritten

Beleidigungen gegen Politiker

Autor gewinnt Prozess nach Beleidigung von Philipp Amthor – doch das Gesetz bleibt umstritten

Ein deutscher Autor hat einen Rechtsstreit gewonnen, nachdem er wegen Beleidigung eines Politikers in den sozialen Medien zu einer Strafe verurteilt worden war. Der Fall begann vor vier Jahren, als er den CDU-Politiker Philipp Amthor in einem Tweet als „rassistischen Arsch“ bezeichnete. Trotz des Sieges äußerte der Autor Bedenken, wie ähnliche Anklagen sich auf normale Bürger auswirken könnten.

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Die Probleme begannen 2020, als der Autor einen Tweet an Philipp Amthor richtete. Anfangs blieb der Kommentar unbeachtet. Doch ein Jahr später, nachdem der Autor die AfD-Politikerin Anna Leisten als „Nazi“ bezeichnet hatte, schritt der Staat ein.

Die Staatsanwaltschaft stützte sich auf Paragraf 188 des deutschen Strafgesetzbuchs, der die „Würde des öffentlichen Amtes“ schützen soll. Aufgrund dieses Gesetzes erhielt der Autor einen Strafbefehl über 90 Tagessätze. Solche Befehle erledigen mehr als die Hälfte aller Strafverfahren in Deutschland, ohne dass der Angeklagte jemals vor einem Richter erscheint.

Das Verfahren endete schließlich mit einem Freispruch für den Autor. Dennoch warnte er, dass die meisten Menschen nicht über die Mittel verfügen, um sich gegen solche Vorwürfe zu wehren. Auch der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit kritisierte Paragraf 188 und argumentierte, dass das Gesetz möglicherweise mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Der Autor behauptet, das Gesetz schüre sogar Hass gegen Politiker, statt ihn zu verringern. Die Ermittlungen erhielten formelle Unterstützung, als Amthor Anzeige erstattete – obwohl sie bereits im Gange waren. Paragraf 188 hat eine Verjährungsfrist von fünf Jahren, was bedeutet, dass alte Social-Media-Posts noch Jahre später rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können.

Der Fall wirft die anhaltende Debatte um Meinungsfreiheit und den rechtlichen Schutz von Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland auf. Zwar entging der Autor einer Bestrafung, doch die Erfahrung lenkt die Aufmerksamkeit auf die Anwendung von Strafbefehlen und Paragraf 188. Das Gesetz bleibt in Kraft und lässt andere anfällig für ähnliche Verfahren.

Quelle