Baden-Württemberg stärkt mit neuer Japan-Vertretung die Hightech-Zusammenarbeit
Hans-Jürgen PeukertBaden-Württemberg stärkt mit neuer Japan-Vertretung die Hightech-Zusammenarbeit
Baden-Württemberg hat eine neue Wirtschaftsvertretung in Japan eröffnet, um die Handels- und Innovationsbeziehungen zu stärken. Das Büro wird sich auf Hochtechnologiesektoren konzentrieren und gleichzeitig Unternehmen aus beiden Regionen unterstützen. Dr. Lucas Witoslawski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Japanischen Industrie- und Handelskammer, wird die Initiative leiten.
Die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Japan reicht bis ins Jahr 1989 zurück, als ein regionales Abkommen mit der Präfektur Kanagawa unterzeichnet wurde. Über die Jahrzehnte hinweg ist der Handel stetig gewachsen – Japan belegt im Jahr 2024 Platz 14 auf der Exportrangliste Baden-Württembergs. Die Ausfuhren nach Japan stiegen im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent auf rund 4,4 Milliarden Euro.
Die neue Wirtschaftsvertretung wird als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen dienen, die in den jeweiligen Märkten Fuß fassen möchten. Zu den Schwerpunktbranchen zählen Mobilität, Robotik, Künstliche Intelligenz, Gesundheitswesen, erneuerbare Energien und Klimatechnologien. Besonders berücksichtigt werden auch das japanische Start-up-Ökosystem und Verteidigungstechnologien, was die Rolle des Landes als NATO-Partner widerspiegelt.
Dr. Witoslawski wird die Vertretung leiten, während Victor Arnhold, Berater der AHK Japan, als Innovationsscout tätig sein wird. Seine Aufgabe besteht darin, technologische Entwicklungen in Japan zu beobachten, um Chancen für baden-württembergische Unternehmen zu identifizieren. Das seit 2019 gültige Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und Japan unterstützt diese Zusammenarbeit zusätzlich.
Japan bleibt die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und ein Vorreiter in forschungsintensiven Branchen. Die Vertretung zielt darauf ab, diese Grundlage zu nutzen und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Regionen weiter zu vertiefen.
Die neue Niederlassung wird baden-württembergischen Unternehmen den Einstieg in den japanischen Markt erleichtern und gleichzeitig japanischen Firmen den Zugang zum deutschen Markt ermöglichen. Mit Fokus auf zukunftsweisende Branchen und langjährige Partnerschaften soll die Initiative Handel und Innovation fördern. Die Arbeit des Büros wird sich an bestehenden Abkommen orientieren und Japans Position als globaler Technologieführer berücksichtigen.