Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Hans-Jürgen PeukertBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung endlich wieder in Betrieb gegangen – allerdings mit sechs Wochen Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Eine Reihe von Rückschlägen hatte die Wiedereröffnung verzögert. Seit der Wiederaufnahme des Betriebs kämpfen die Züge jedoch mit Verspätungen.
Die Strecke war seit Anfang August 2022 für umfassende Modernisierungsarbeiten komplett gesperrt worden. Betroffen waren Fern-, Regional- und Güterverkehr – insgesamt zehn Monate. Eigentlich sollte das Projekt bereits Anfang Mai 2023 abgeschlossen sein, doch anhaltender Frost verschob die Wiederinbetriebnahme auf Mitte Juni.
Die Installation des neuen Europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) konnte wegen der Verzögerungen nicht fertiggestellt werden. Daher wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere längere Vollsperrung nötig sein, um die Arbeiten abzuschließen. Der für das Projekt vorgesehene Notfallfonds ist inzwischen vollständig aufgebraucht.
Doch auch nach der Wiedereröffnung häufen sich die Probleme: Züge fahren nicht nach Plan, und Aufzüge in den Bahnhöfen fielen kurz nach der Inbetriebnahme aus. Die Gesamtkosten der Modernisierung sind auf etwa 2,7 Milliarden Euro gestiegen.
Die Strecke ist zwar wieder befahrbar, doch die Schwierigkeiten bleiben bestehen. Weitere Sperrungen für die ETCS-Nachrüstung sind unvermeidbar – und da das Budget bereits vollständig ausgeschöpft ist, gibt es keine Rücklagen für unerwartete Mehrkosten.
