Bergkirchweih in Erlangen: Warum Partyhits jetzt verboten sind
Erlangens berühmtes Bergkirchweih-Volksfest steht in diesem Jahr wegen seiner Musikauswahl in der Kritik. Der Stadtrat hat mehrere bekannte Partyhits verboten, da sie als sexistisch oder frauenfeindlich eingestuft wurden. Bei fast einer Million erwarteter Besucher hat die Entscheidung eine Debatte unter Künstlern, Wirten und Festbesuchern ausgelöst.
Der Streit begann, nachdem eine Frau berichtet hatte, sich beim letzten Fest unwohl gefühlt zu haben. Sie behauptete, aggressive Männer hätten sie begrapscht, und einige der gespielten Lieder hätten die Stimmung zusätzlich verschärft. Daraufhin beschloss der Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – bereits 2021, Titel mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ zu verurteilen.
In diesem Jahr ging die Verwaltung noch einen Schritt weiter und setzte klassische Partyhits auf eine Liste verbotener Lieder. Darunter ist auch Peter Wackels „Joana“, das mit der Zeile „Du geile Sau“ von den Behörden als problematisch eingestuft wurde. Wackel konterte, viele Künstler hätten mittlerweile „null Bock“, in Deutschland aufzutreten, wegen solcher Einschränkungen.
Der Frontmann der Spider Murphy Gang verglich die Situation gar mit der Zensur in der DDR. Unterdessen zweifeln lokale Wirte an der Wirksamkeit des Verbots und fragen sich, ob es das Verhalten ändern oder die Feststimmung nur trüben wird.
Das Volksfest findet trotz der neuen Regeln statt, doch die Spannungen bleiben. Künstler wie Wackel warnen vor einer Einschüchterung der Livemusik-Szene, während Kritiker bemängeln, dass die Maßnahmen die eigentlichen Probleme kaum lösen. Die Diskussion über Musik, Sicherheit und Tradition beim Bergkirchweih geht also weiter.






