07 May 2026, 08:28

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben umstritten

Ein Buchumschlag mit dem Titel "Sport in Europa", der lebendige olympische Bilder, Symbole und Texte zeigt.

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben umstritten

Der Berliner Senat hat seine Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Der Vorschlag enthält einen detaillierten Finanzierungsplan, der sich am Budgetansatz der Spiele 2024 in Paris orientieren soll. Kritiker äußern jedoch bereits Zweifel an der Zuverlässigkeit der Kostenkalkulationen.

Die Bewerbung unterteilt die Ausgaben in drei Hauptbereiche: operative Kosten, Infrastrukturinvestitionen und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro geschätzt, die durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Marketing gedeckt werden sollen. Für Infrastrukturprojekte hat der Senat zudem 1,59 Milliarden Euro veranschlagt, darunter 500 Millionen Euro für Verkehrsausbau und 227 Millionen Euro für die Modernisierung von Wettkampfstätten.

Eines der zentralen Vorhaben ist der Ausbau und die Überdachung des Sommerbads im Olympischen Park. Das Konzept lehnt sich an das Modell von Paris 2024 an, wo allein die Sicherheitskosten 1,4 Milliarden Euro betrugen, die Veranstaltung aber dennoch einen Überschuss von 76 Millionen Euro erwirtschaftete. Die Berliner Bewerbung enthält jedoch noch keine konkreten Angaben zu den Kosten für öffentliche Dienstleistungen wie Sicherheit – diese sollen erst in späteren Planungsphasen festgelegt werden.

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Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hinterfragt die finanziellen Annahmen der Bewerbung. Er argumentiert, dass Veranstalter oft zu optimistische Prognosen nutzen, um die Spiele wirtschaftlich tragfähig erscheinen zu lassen. Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen die Trennung von Investitions- und Betriebskosten, die seiner Meinung nach unterschätzt werden könnten.

Der Senat setzt in seinem Vorschlag auf ein strukturiertes Finanzierungsmodell, das Erfahrungen aus Paris 2024 aufgreift. Bei einer erfolgreichen Bewerbung wären umfangreiche Aufwertungen der Berliner Sportinfrastruktur und Verkehrsnetze zu erwarten. Die endgültige finanzielle Bilanz wird jedoch von künftigen Entscheidungen zu Sicherheits- und Verwaltungskosten abhängen.

Quelle