19 April 2026, 20:33

Berliner Kulturoase Potse droht erneut die Schließung – Aktivist:innen suchen Lösungen

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Demonstration durch die Straße, einige halten Schilder und andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ist ein Gebäude mit Fenstern, Bögen, Säulen und Skulpturen zu sehen.

Berliner Kulturoase Potse droht erneut die Schließung – Aktivist:innen suchen Lösungen

Potse, eine langjährige Berliner Institution, kämpft erneut ums Überleben. Das Kulturzentrum, einst in Schöneberg beheimatet, betreibt seit einiger Zeit in der Zollgarage am ehemaligen Flughafen Tempelhof seine Aktivitäten – doch der Mietvertrag läuft in sechs Monaten aus. Bei einer öffentlichen Versammlung an diesem Freitag soll nach Lösungen gesucht werden, um den Standort zu erhalten.

Gleichzeitig formieren sich in der ganzen Stadt Mieterinitiativen gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen und Gentrifizierung. Mehrere Veranstaltungen in dieser Woche unterstreichen den wachsenden Druck auf das Recht auf Wohnen in Berlin.

Die Probleme von Potse begannen bereits vor Jahren. Ursprünglich an der Potsdamer Straße 180 ansässig, verlor das Zentrum seinen Mietvertrag, nachdem ein Coworking-Unternehmen das Gebäude übernommen hatte. Aktivist:innen besetzten die Räumlichkeiten fast zwei Jahre lang, bevor sie 2021 geräumt wurden. Seitdem ist Potse in der Zollgarage untergekommen – doch auch diese Lösung ist nur vorübergehend.

Ein zweites "Überlebensstrategie-Plenum" am Freitag, den 3. April, wird Unterstützer:innen am Columbiadamm 10 zusammenbringen, um über die nächsten Schritte zu beraten. Langfristig plant Potse einen Umzug ins künftige Haus der Jugend nahe des Südkreuz – doch dessen Eröffnung steht erst für 2030 an.

Auch der Kampf für bezahlbaren Wohnraum spitzt sich zu. Am Dienstag, den 31. März, veranstaltet die Pankower Gruppe des Berliner Mietervereins vor einer Verhandlung am Amtsgericht Mitte eine Solidaritätskundgebung. Noch am selben Abend treffen sich Mieter:innen von Vonovia in der Hauptstraße 121a, um im Rahmen des Bündnisses "Berlin gegen Vonovia" gegen Mietsteigerungen und überhöhte Nebenkostenabrechnungen vorzugehen.

Einen Tag später lädt die Initiative MieterWerkStadt in Charlottenburg zu einer Veranstaltung ein, um stärkere Mieterschutzrechte voranzutreiben. Und am Samstag, den 4. April, bereitet das Bündnis gegen "Eigenbedarf"-Räumungen bei seinem monatlichen Treffen in Kreuzberg öffentliche Kampagnen vor.

Die Zukunft von Potse bleibt ungewiss – in sechs Monaten endet die aktuelle Nutzungsdauer. Das anstehende Plenum soll kurzfristige Lösungen finden, während der Umzugsplan für 2030 weiter in der Ferne liegt.

Für Mieteraktivist:innen zeigen die Veranstaltungen dieser Woche eine abgestimmte Gegenwehr gegen Verdrängung. Gerichtsproteste, Strategietreffen und öffentliche Kampagnen spiegeln den anhaltenden Kampf um Wohnsicherheit in Berlin wider.

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