19 June 2026, 10:23

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Wie viel Offenlegung ist Pflicht?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Wie viel Offenlegung ist Pflicht?

Ein Rechtsstreit um die Transparenz von Bonitätsbewertungen hat nun den Bundesgerichtshof (BGH) erreicht. Fünf Kläger fordern von der Schufa mehr Offenlegung und werfen dem Unternehmen vor, seine Bewertungsmethoden seien nicht ausreichend nachvollziehbar. Im Kern geht es um die Frage, wie detailliert Verbraucher über automatisierte Finanzbewertungen informiert werden müssen.

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert. Es stützt sich auf zwölf klar definierte Kriterien und ist damit transparenter als sein Vorgänger. Verbraucher können nun einsehen, welche Faktoren ihre Bonität beeinflussen, und die meisten davon selbst überprüfen.

Doch das Oberlandesgericht Dresden urteilte, dass die Schufa weiterhin zu wenig offenlege. Die Richter verlangten, dass Verbraucher die zentralen Faktoren und deren Gewichtung in der Berechnung nachvollziehen können müssen. Die Kläger gehen noch weiter und fordern tiefere Einblicke in die Logik hinter den Bewertungen, während die Schufa betont, ihr aktuelles Vorgehen erfülle bereits die gesetzlichen Anforderungen.

Nun muss der BGH entscheiden, ob die bisherigen Offenlegungen den Transparenzvorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entsprechen. Das Urteil könnte richtungsweisend dafür werden, wie datenbasierte Bewertungen künftig erklärt werden müssen. Parallel plant die Schufa, ihr altes Modell bis Ende 2028 vollständig durch das neue System zu ersetzen.

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Ab November 2026 tritt zudem ein neues rechtliches Rahmenwerk für „materielle Scoring-Systeme“ in Kraft, das den Druck auf mehr Klarheit bei der Kommunikation automatisierter Entscheidungen weiter erhöht.

Die Entscheidung des BGH wird die Pflichten zur Transparenz bei algorithmischen Bonitätsprüfungen konkretisieren. Sie könnte auch Auswirkungen darauf haben, wie ähnliche Systeme künftig unter der DSGVO agieren. Die schrittweise Einführung des neuen Schufa-Modells läuft unterdessen weiter – die vollständige Umstellung soll in den nächsten vier Jahren abgeschlossen sein.

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