Brantner wirbt um FDP-Wähler: "Grüne als neue Heimat für Liberale"
Hans-Jürgen PeukertBrantner wirbt um FDP-Wähler: "Grüne als neue Heimat für Liberale"
Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Grünen, hat sich nach den jüngsten Landtagswahlen an ehemalige Wähler der FDP gewandt. Sie betonte, dass die liberale Demokratie starke Verteidiger brauche, und schlug vor, die Grünen könnten ihnen eine neue politische Heimat bieten. Ihre Äußerungen erfolgen, nachdem die FDP in Baden-Württemberg erstmals seit 1992 nicht mehr im Landtag vertreten ist.
Bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg blieben die Grünen mit 30,2 Prozent der Stimmen und 56 Sitzen stärkste Kraft. Allerdings verloren sie im Vergleich zu 2021 2,4 Prozentpunkte. Die CDU folgte dichtauf, legte 5,6 Punkte zu und erreichte 29,7 Prozent – ebenfalls gut für 56 Sitze.
Die AfD verzeichnete den größten Zuwachs, verdoppelte ihr Ergebnis fast auf 18,8 Prozent und errang 35 Sitze – 18 mehr als zuvor. Die SPD stürzte derweil auf ein historisches Tief von 5,5 Prozent ab und hält nur noch 10 Sitze. Die FDP, einst eine konstante Größe, fiel auf 4,4 Prozent und verfehlte den Einzug ins Parlament.
Brantner verwies auf die sich wandelnde politische Landschaft und darauf, dass der Liberalismus in Landesparlamenten wie Stuttgart oder Mainz zunehmend an Einfluss verliere. Sie erinnerte daran, dass bereits der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir ehemalige FDP-Anhänger umworben habe. Nun richte sie einen ähnlichen Appell an diese Wählergruppe und warbe für eine Partei, die liberaldemokratische Werte hochhalte.
Die Landtage in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bestehen nun nur noch aus vier Fraktionen: CDU, Grünen, SPD und AfD. Die Abwesenheit der FDP hat eine Lücke hinterlassen, die Brantner durch die Grünen schließen möchte.
Die Einladung der Grünen an ehemalige FDP-Wähler spiegelt tiefgreifende Verschiebungen in der deutschen Landespolitik wider. Angesichts des Ausscheidens der FDP aus dem Parlament und des Erstarkens der AfD zielt Brantners Appell darauf ab, die Unterstützung für liberaldemokratische Grundsätze zu festigen. Wie es weitergeht, hängt nun davon ab, wie die Wähler auf ihren Vorstoß reagieren.






