Bundesregierung will Online-Rezepte für medizinisches Cannabis verbieten – was das für Patienten bedeutet
Verena KramerBundesregierung will Online-Rezepte für medizinisches Cannabis verbieten – was das für Patienten bedeutet
Die deutsche Bundesregierung plant ein Verbot von Online-Rezepten und Versandhandel für medizinisches Cannabis. Das geplante Gesetz zielt darauf ab, die Kontrollen zu verschärfen, während gleichzeitig sichergestellt werden soll, dass Patienten weiterhin eine angemessene Behandlung erhalten. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Professor Dr. Hendrik Streeck, hat auf die Risiken von Missbrauch hingewiesen und die Notwendigkeit einer strengeren Aufsicht betont.
Aktuell sind in Deutschland über 100.000 Patienten auf medizinisches Cannabis angewiesen, wobei viele innerhalb von sechs Monaten eine verbesserte Lebensqualität und Linderung ihrer Symptome berichten. Trotz der Vorteile bei der Schmerzbehandlung warnt Streeck, dass eine unkontrollierte Abgabe – etwa durch Online-Verkäufe – zu falschen Dosierungen und übermäßigen Verschreibungen führen kann.
Der Gesetzentwurf soll Missbrauch verhindern, indem Behandlungsentscheidungen klar in der Verantwortung der Ärzte bleiben. Zudem werden vor telemedizinischen Verschreibungen persönliche Konsultationen vorgeschrieben, da Cannabis ein hohes Abhängigkeitspotenzial birgt. Der Telemedizin-Anbieter CanDoc hat unterdessen seine Dienstleistungen um Video-Sprechstunden erweitert, um sich den neuen Regelungen anzupassen.
Streeck räumt ein, dass der Freizeitkonsum von Cannabis in Deutschland bereits weit verbreitet ist. Dennoch betont er, dass die Debatte sich auf die medizinische Verantwortung konzentrieren sollte – und nicht auf eine Legalisierung. Der Pharmakonzern Stada unterstützt öffentlich das Verbot von Cannabis-Versandhandel und steht damit hinter dem Vorhaben der Regierung, die Kontrollen zu verschärfen.
Das geplante Gesetz wird persönliche Arztbesuche für Erstverschreibungen von Cannabis vorschreiben und den Versandhandel unterbinden. Mit dieser Änderung soll der Zugang für Patienten gewahrt bleiben, während gleichzeitig strengere Schutzmaßnahmen gegen Abhängigkeit und Missbrauch eingeführt werden. Regierung und Gesundheitsexperten unterstreichen weiterhin die Bedeutung strukturierter Behandlungspläne und regelmäßiger medizinischer Nachsorge.






