Bundestag beschließt umstrittenes Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz mit massiver Kritik
Verena KramerBundestag beschließt umstrittenes Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz mit massiver Kritik
Der Bundestag hat ein neues Beschleunigungsgesetz verabschiedet, das Großprojekte im Infrastruktursektor schneller vorantreiben soll. Das Gesetz zielt auf Autobahnen, Schienenwege und Wasserstraßen ab und soll Verzögerungen bei der Entwicklung kritischer Infrastruktur verringern. Bevor es in Kraft tritt, steht jedoch noch die endgültige Zustimmung des Bundesrats aus.
Das Gesetz stuft bestimmte Vorhaben als von „höchstem öffentlichen Interesse und öffentlicher Sicherheit“ ein. Diese Einordnung ermöglicht schnellere Genehmigungen, indem Planungsverfahren gestrafft und digitalisiert werden. Ziel ist es, zu verhindern, dass Projekte jahrelang oder gar jahrzehntelang auf Eis liegen.
Das Gesetz ist mit dem schuldenfinanzierten Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur verknüpft. Es soll sicherstellen, dass geförderte Projekte ohne unnötige Verzögerungen umgesetzt werden. Allerdings gibt es von Seiten der Opposition massive Bedenken.
Jorrit Bosch, Abgeordnete der Linken, verwies auf unterbesetzte Behörden als zentrales Hindernis in der Planung. Die Grünen-Politikerin Swantje Henrike Michaelsen warf der Regierung vor, den Umweltschutz zu schwächen und die Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit einzuschränken. Die Grünen betonten zudem, dass der Ausbau der Schieneninfrastruktur Vorrang vor Autobahnprojekten haben sollte.
Ulrich von Zons von der AfD warnte vor möglichen Enteignungen durch das neue Gesetz. Er behauptete, es beseitige die faire Abwägung von Interessen, was Grundbesitzer und lokale Gemeinden treffen könnte.
Das Gesetz geht nun an den Bundesrat zur finalen Abstimmung. Bei einer Verabschiedung würde es schnellere Genehmigungen für große Infrastrukturprojekte in ganz Deutschland ermöglichen. Kritiker befürchten jedoch, dass dies auf Kosten von Umweltschutzstandards und öffentlicher Mitsprache gehen könnte.
