Bundeswehr zwischen Aufrüstung und Personalmangel: Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab
Verena KramerBundeswehr zwischen Aufrüstung und Personalmangel: Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab
Die Bundesregierung beobachtet die Aufrüstung des Militärs und geht gegen Personalengpässe vor. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius schloss jedoch eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht aus – trotz wachsender Bedarfe. Die freiwillige Rekrutierung bleibt vorerst die zentrale Strategie.
Pistorius betonte, dass eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung derzeit nicht diskutiert werde. Zudem bestätigte er, dass eine Rückkehr zur Wehrpflicht für alle aufgrund fehlender Ausbilder und Infrastruktur nicht umsetzbar sei. Die Koalition einigte sich darauf, dass bei einem Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern künftig korrigierende Maßnahmen ergriffen werden könnten.
Der Minister schlug vor, das Know-how der Automobilhersteller für die Rüstungsindustrie zu nutzen. Er unterstrich, dass moderne Militärstärke auf hoch entwickelte Technologie und den großflächigen Einsatz bezahlbarer Drohnen angewiesen sei. Um die Lieferketten abzusichern, wurde ein Runden Tisch eingerichtet, der die Zusammenarbeit zwischen den Branchen fördern soll.
Die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 sind stark gestiegen. Das Marineprogramm beläuft sich nun auf über 18 Milliarden Euro – eine Steigerung um 8 Milliarden gegenüber dem ursprünglichen Budget.
Die freiwillige Meldung bleibt weiterhin prägend für die Truppenrekrutierung. Die Regierung lotet Branchenpartnerschaften aus, um die Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Steigende Kosten und Personalprobleme bleiben die zentralen Herausforderungen für das Ministerium.
