Bundesweite Razzia deckt 20 unbekannte Fälle illegaler Beschäftigung in Baden-Württemberg auf
Verena KramerBundesweite Razzia deckt 20 unbekannte Fälle illegaler Beschäftigung in Baden-Württemberg auf
Bundesweite Razzia gegen illegale Beschäftigung deckt Dutzende Verstöße in Baden-Württemberg auf
Bei einer landesweiten Großkontrolle gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sind in Baden-Württemberg zahlreiche Verstöße aufgedeckt worden. Wie die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) am 10. März 2026 mitteilte, wurden in Offenburg, Freiburg und Lörrach 20 Fälle von nicht angemeldeter Arbeit und Verstößen gegen das Arbeitsrecht festgestellt – keiner davon war den Behörden zuvor bekannt oder wurde bereits ermittelt.
An der Aktion beteiligten sich allein 55 Beamte des Hauptzollamts Lörrach, die 107 Befragungen durchführten und 63 Fälle für weitere Prüfungen markierten. Dabei wurden unter anderem Beschäftigte ohne gültige Arbeitserlaubnis, unterbezahlte Mitarbeiter sowie eine gesuchte Person entdeckt, die sich in einem Lörracher Betrieb versteckt hielt.
Die Kontrollen vom 10. März 2026 waren Teil einer größeren Welle von Überprüfungen, die bereits am 19. September 2025 bundesweit in Hotels und Gastronomiebetrieben stattgefunden hatten. Im Raum Freiburg stellten die Beamten acht Fälle fest, in denen der Mindestlohn überprüft werden muss, 22 Fälle mit nicht abgeführten Sozialabgaben sowie zwölf Verstöße im Zusammenhang mit illegaler Beschäftigung von Ausländern. Vier Arbeitgeber hatten neu eingestellte Mitarbeiter nicht fristgerecht gemeldet, vier weitere führten keine ordnungsgemäßen Arbeitszeitaufzeichnungen.
In Offenburg wurden in mehreren Betrieben ausländische Arbeitnehmer ohne gültige Aufenthaltstitel beschäftigt. In einem Freiburger Unternehmen beschlagnahmten die Behörden während der Razzia über 26 Kilogramm Shisha-Tabak. Zudem wurde ein Minderjähriger entdeckt, der illegal in einem der kontrollierten Betriebe arbeitete.
Zu den schwerwiegendsten Funden zählten ein irakischer Arbeitnehmer, der zur Feststellung seines Aufenthalts gesucht wurde, sowie ein türkischer Arbeitnehmer, gegen den ein Haftbefehl vorlag. Beide wurden in Lörrach angetroffen, wo zusätzlich drei weitere Fälle illegaler Beschäftigung aufgedeckt wurden. Den beteiligten Arbeitgebern drohen nun Anklagen wegen Beihilfe zu illegalem Aufenthalt und illegaler Beschäftigung von Ausländern.
Die Aktion offenbarten systematische Mängel bei der Einhaltung der Vorschriften – alle 20 aufgedeckten Fälle waren der FKS zuvor entgangen. Den betroffenen Betrieben drohen nun Strafen, darunter Bußgelder und mögliche strafrechtliche Verfahren wegen Förderung illegaler Beschäftigung. Die Behörden kündigten weitere Kontrollen an, um Schwarzarbeit und Ausbeutung in der Region konsequent zu bekämpfen.