Cottbus bricht alle Rekorde: 1.000 Menschen feiern größten Pride-Umzug der Stadtgeschichte

Hans-Jürgen Peukert
Hans-Jürgen Peukert
2 Min.
Eine große Gruppe von Menschen bei einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, die Fahnen und Plakate schwenken, mit Gebäuden, einem Kran und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Hans-Jürgen Peukert

Cottbus bricht alle Rekorde: 1.000 Menschen feiern größten Pride-Umzug der Stadtgeschichte

Cottbus feiert größte Pride-Veranstaltung aller Zeiten

Am Samstag fand in Cottbus die bislang größte Pride-Demonstration der Stadt statt: Rund 1.000 Teilnehmende versammelten sich zur 17. Ausgabe des Cottbuser Christopher Street Day (CSD). Der Umzug, angeführt von einer Dragqueen und einem Storch in roten Hosen, bildete den Abschluss der Pride-Saison in Ostdeutschland – mit Forderungen nach mehr Akzeptanz und politischen Reformen.

An der Spitze des Marsches gingen Miss Cherry Moonshine, eine lokale Drag-Performerin, sowie ein Storch als Maskottchen. Hinter ihnen zog sich eine 20 Meter lange Regenbogenflagge durch die Straßen, begleitet von antifaschistischen Sprechchören. Zwar waren zwei rechtsextreme Gegenproteste angemeldet, doch erschienen nur etwa 90 Personen – deutlich weniger als die Pride-Teilnehmenden.

Rund 200 Unterstützer:innen waren extra aus anderen Städten angereist. Später kam es zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen einigen von ihnen und Fans des FC Energie Cottbus. In Reden auf Ukrainisch, Russisch, Arabisch und Polnisch zeigte man sich solidarisch mit queeren Communities im Ausland.

Die Teilnehmenden trugen kreative Plakate mit Aufschriften wie "Queer, sexy, sorbisch" oder "Als wir mehr Rechte forderten, meinten wir nicht mehr verdammte Nazis". Die Organisator:innen verlangten eine Aufstockung des Brandenburgischen Queer-Aktionsplans von 224.000 auf 500.000 Euro. Zudem forderten sie mehr gesellschaftliche Akzeptanz und besseren Schutz.

Die Veranstaltung stand im Schatten jüngster Vorfälle: Am Freitagabend waren Regenbogenflaggen vom Büro der Organisator:innen abgerissen worden. Erst letzte Woche gab es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das queere Zentrum Regenbogenkombinat. CSD-Organisator Christian Müller berichtete von weniger Freiwilligen in diesem Jahr – viele fürchteten zunehmend Repressalien in der Stadt.

Der Rekordandrang beim Cottbuser CSD zeigte sowohl Solidarität als auch anhaltende Herausforderungen. Die Organisator:innen betonten den Bedarf an mehr Förderung und Schutz vor wachsender Feindseligkeit. Mit einer Mischung aus Feier und Widerstand ging damit die Pride-Saison in Ostdeutschland zu Ende.

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