25 June 2026, 14:27

Deutsche Entwicklungshilfe im Kritikspiegel: Reformen gefordert, Strategie fehlt

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Deutsche Entwicklungshilfe im Kritikspiegel: Reformen gefordert, Strategie fehlt

Zwei führende deutsche Hilfsorganisationen haben ihre jährliche Bewertung der Entwicklungspolitik des Landes vorgestellt. Mathias Mogge von der Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes präsentierten am Mittwoch in Berlin ihre Erkenntnisse. Ihr Bericht zeigt sowohl Fortschritte als auch erhebliche Bedenken hinsichtlich des Regierungsansatzes in der globalen Entwicklungshilfe auf.

Die Nichtregierungsorganisationen begrüßten zwar die Pläne der Bundesregierung zur Reform der Entwicklungspolitik, kritisierten jedoch, dass den Vorschlägen eine klare, einheitliche Strategie fehle. Beide Organisationen betonten, dass humanitäre Hilfe sich an Bedürfnissen, Neutralität und Unabhängigkeit orientieren müsse, und warnten davor, dass eine zunehmende Politisierung diese Grundsätze untergraben könnte.

Mogge forderte eine Verlagerung des Schwerpunkts von der Menge der Hilfsleistungen hin zu deren Wirksamkeit. Er plädierte für weniger Bürokratie und mehr Freiräume für zivilgesellschaftliche Gruppen. Zudem unterstrich er den dringenden Bedarf an präventiven Maßnahmen statt nur an Krisenreaktionen und setzte sich für eine Erhöhung der humanitären Hilfe von derzeit einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro im nächsten Haushalt ein.

Hofert bestand darauf, dass Reformen nicht allein von Berlin aus gesteuert werden dürften. Er forderte eine frühzeitige und verbindliche Einbindung der Partnerländer, der lokalen Zivilgesellschaft und junger Menschen bei der Gestaltung der Entwicklungszusammenarbeit. Die Organisationen verlangten zudem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zivilgesellschaftliche Akteure sowohl in Deutschland als auch im Ausland stärker in Entscheidungsprozesse einzubinden.

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Der Bericht stellt fest, dass die Entwicklungspolitik durch Krisen, Kriege und den Klimawandel unter wachsendem Druck steht. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit betont, dass die Regierung Spannungen zwischen eigenen Interessen und denen der Partnerländer in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit angehen muss.

Die Hilfsorganisationen haben klare Forderungen für die Zukunft der deutschen Entwicklungspolitik formuliert: mehr Finanzmittel, weniger bürokratische Hürden und eine breitere Beteiligung an Entscheidungen. Ihre Einschätzung plädiert für einen inklusiveren und strategischeren Ansatz, um globale Herausforderungen zu bewältigen.

Quelle