21 April 2026, 18:35

Duisburger Innovationslabor: 4,66 Millionen für Prunk und verfallene Technik

Ein Kaffeehaus-Interieur mit Tischen, Stühlen, einem "Mega Coffee"-Schild, einem Topf mit Pflanze, einem Bodenreinigungsgerät und Deckenleuchten.

Duisburger Innovationslabor: 4,66 Millionen für Prunk und verfallene Technik

Das Duisburger Innovationslabor ist zum Symbol für Luxus und Kontroversen geworden. Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, explodierten die Kosten für die Einrichtung schließlich auf 4,66 Millionen Euro. Innen prunken nun hochwertige Ausstattungen neben vernachlässigten Bereichen – und werfen Fragen nach der Kontrolle und den Prioritäten bei den Ausgaben auf.

Das Labor erstreckt sich über 530 Quadratmeter, mit Abschnitten, die den Prunk des Bernsteinzimmers nachahmen sollen. Ein Konferenzbereich wurde in eine Lounge mit samtbezogenen Sesseln und Billardtischen umgewandelt. Doch gleich daneben liegt ein Überwachungsbereich in desolatem Zustand: Ein alter Schwarz-Weiß-Fernseher mit zersplittertem Bildschirm und umgestürzte Plastikstühle prägen das Bild.

Oberinspektor Klaus Brandner, der die Einrichtung leitet, zeigt sich stolz auf die Annehmlichkeiten. Persönlich serviert er Besuchern Kaffee aus einer vollautomatischen Maschine in der Größe eines Doppeltür-Schranks. Das Gerät bietet 100 individuelle Einstellungen und brüht Getränke in Barista-Qualität. Brandner bezeichnet die Luxusausstattung sogar als präventive Maßnahme gegen Korruption.

Anderswo ist der Roboterhund Spot dauerhaft im Außeneinsatz. Programmiert, um belastendes Material zu vernichten, gehört er zu den funktionaleren – wenn auch umstrittenen – Merkmalen der Einrichtung. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass das Landesamt für Polizeidienste (LZPD) in der Planungsphase keine Kosten-Nutzen-Analyse vorgenommen hat. Dieses Versäumnis hat die Debatte angeheizt, ob die üppigen Ausgaben gerechtfertigt waren.

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Das Labor verkörpert heute ein Kuriosum aus Prunk und Verfall. Die Endabrechnung von 4,66 Millionen Euro überstieg die ursprünglichen Schätzungen bei Weitem, während zentrale Bereiche ungenutzt oder verlassen wirken. Die künftige Rolle der Einrichtung – und die Logik hinter ihrem Design – bleibt sowohl für Behörden als auch die Öffentlichkeit ein Streitpunkt.

Quelle