Emmendingen streicht Abendbusse – Kommunen müssen ÖPNV-Lücken füllen
Ludger RörrichtEmmendingen streicht Abendbusse – Kommunen müssen ÖPNV-Lücken füllen
Landratsamt Emmendingen plant Kürzungen im ÖPNV zur Haushaltsentlastung
Die Kreisverwaltung Emmendingen hat Einschnitte im lokalen Nahverkehr vorgeschlagen, um die angespannte Haushaltslage zu entlasten. Die steigenden Kosten übertreffen die früheren Prognosen deutlich – trotz jüngster Ausweitungen bei Bus- und Bahnverbindungen. Geplant sind unter anderem Anpassungen bei den Abendverbindungen und Optimierungen im Liniennetz.
Schon mit der Fahrplanumstellung im Dezember könnten die Abendbusse seltener fahren. Betroffen wären unter anderem die Städte Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim. Durch die Streichung von Verträgen für Abendverbindungen auf Entwicklungsstrecken sollen jährlich rund 100.000 Euro eingespart werden.
Zusätzlich will die Verwaltung den Schülerverkehr und den regulären Busbetrieb effizienter gestalten, um im Jahr 2027 etwa 200.000 Euro zu sparen. Eine Verkehrsuntersuchung 2027 soll weitere Kürzungsmöglichkeiten für das Jahr 2028 aufzeigen. Gleichzeitig plant der Landkreis, den ÖPNV und den Schülerverkehr auch 2026 weiterhin mit rund neun Millionen Euro zu fördern.
Als mögliche neue Einnahmequelle wurde ein Mobilitätspass diskutiert, die Idee jedoch wegen hoher Verwaltungskosten und rechtlicher Bedenken verworfen. Nun stehen die Kommunen vor der Wahl: die Abendverbindungen selbst finanzieren oder sie bereits um 20 Uhr enden lassen.
Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Pläne am 29. Juni prüfen, der Kreistag trifft am 20. Juli die endgültige Entscheidung. Ziel der Maßnahmen ist es, Ausgaben zu senken, ohne die wichtigsten Verkehrsverbindungen zu gefährden. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, müssen die Kommunen Lücken bei den Abendverbindungen schließen. Die Einsparungen durch Linienoptimierungen und reduzierte Fahrten sollen helfen, den belasteten Haushalt zu konsolidieren.
