14 June 2026, 02:35

EU-Kartellverdacht: Daimler beantragt Kronzeugenstatus – BMW bricht Zusammenarbeit ab

Daimler-Chef: Selbstanzeige kein Schuldeingeständnis

EU-Kartellverdacht: Daimler beantragt Kronzeugenstatus – BMW bricht Zusammenarbeit ab

Die Europäische Union untersucht seit zwei Jahren mögliche Kartellabsprachen unter deutschen Automobilherstellern. Erste Ermittlungen konzentrierten sich auf Gespräche über technische Standards und damit zusammenhängende Themen. Der Fall hat in der Branche erhebliche Aufmerksamkeit erregt.

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Daimler bestätigte, einen Antrag auf Kronzeugenstatus im Rahmen des EU-Programms zur Strafmilderung gestellt zu haben. Das Unternehmen betonte jedoch, dass dies nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden dürfe. Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche nahm bei einer jüngsten Veranstaltung in Stuttgart erstmals öffentlich zu den Vorwürfen Stellung.

BMW reagierte darauf, indem es alle gemeinsamen Projekte mit Daimler vorläufig auf Eis legte. Zudem äußerte das Unternehmen Unmut über die Art und Weise, wie Daimler mit den Ermittlungen umgehe. BMW-Chef Harald Krüger sagte eine geplante Branchenkonferenz wegen Krankheit ab.

Im Mittelpunkt der EU-Untersuchung steht die Frage, ob die Automobilhersteller bei Technologie und Standards in einer Weise zusammenarbeiteten, die gegen Wettbewerbsregeln verstoßen könnte. Daimler hat nicht bekannt gegeben, wann der Antrag auf Strafmilderung eingereicht wurde.

Nach zwei Jahren vorläufiger Ermittlungen läuft das Verfahren weiterhin. Laut Daimler bedeutet die Selbstanzeige keine Schuldzuweisung. Die Aussetzung der Zusammenarbeit durch BMW unterstreicht die Belastung, die die Untersuchung für die Branchenpartnerschaften darstellt.

Quelle