10 May 2026, 04:32

EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung stoßen auf Widerstand der deutschen Autobranche

Etikett mit dem Namen eines Automodells

EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung stoßen auf Widerstand der deutschen Autobranche

EU-Kommission stößt mit Plänen zur Vereinheitlichung von Fahrzeugkennzeichnungen auf Widerstand der deutschen Autobranche

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Die Pläne der Europäischen Kommission zur Standardisierung von Fahrzeugkennzeichnungen treffen auf scharfe Kritik der deutschen Automobilwirtschaft. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bezeichnet den Vorschlag als undurchführbar und warnt vor rechtlichen und praktischen Hindernissen. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht der Vorstoß, Verbrauchs- und Emissionsangaben erstmals auch für Gebrauchtwagen verbindlich vorzuschreiben.

Der Entwurf der Kommission sieht vor, die seit 1999 geltende Richtlinie zur Kraftstoffverbrauchskennzeichnung abzulösen. Künftig müssten alle Fahrzeuge – inklusive Gebrauchtwagen – aktualisierte Verbrauchs- und Emissionsdaten ausweisen. Der ZDK sieht darin ein grundlegendes Problem: Ältere Modelle wurden nach dem veralteten NEDC-Prüfzyklus (Neuer Europäischer Fahrzyklus) getestet, während neuere Fahrzeuge dem strengeren WLTP-Standard (Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Die Vermischung beider Messverfahren führe, so der Verband, zu inkonsistenten und irreführenden Angaben für Käufer.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn verwies auf weitere Schwierigkeiten: Viele Gebrauchtwagen seien durch Umbauten wie Motortuning oder Karosseriemodifikationen technisch verändert worden, sodass die ursprünglichen Verbrauchs- und Emissionswerte oft nicht mehr zuträfen. Peckruhn warnte, Händler könnten sich künftig ganz aus dem Handel mit älteren Fahrzeugen zurückziehen, sollten die neuen Regeln in Kraft treten.

In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier hat der ZDK die EU-Politiker offiziell zur Überarbeitung aufgefordert. Die Forderungen: Die Kennzeichnungspflicht soll auf Neufahrzeuge beschränkt bleiben, und geplante verbindliche Batteriezustandsberichte für gebrauchte Elektroautos müssen fallen. Zudem verlangt der Verband klare Zuständigkeiten für Hersteller, Online-Marktplätze und Händler sowie einheitliche EU-weite Marktkontrollen. Peckruhn appellierte an das Bundeswirtschaftsministerium, sich für praxistauglichere Regelungen einzusetzen.

Ziel der geplanten Vorschriften ist es, Verbrauchern transparente Informationen zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu bieten. Branchenvertreter befürchten jedoch, dass die Regeln den Gebrauchtwagenmarkt destabilisieren und rechtliche Unsicherheiten schaffen könnten. Ohne Nachbesserungen drohten Händlern unzumutbare Auflagen – insbesondere bei älteren oder umgerüsteten Fahrzeugen.

Quelle