EU-Zollreform: Online-Einkäufe aus Drittländern werden ab Juli deutlich teurer
Hans-Jürgen PeukertEU-Zollreform: Online-Einkäufe aus Drittländern werden ab Juli deutlich teurer
Online-Einkäufe aus Drittländern werden ab 1. Juli teurer
Ab dem 1. Juli werden Bestellungen aus Ländern außerhalb der EU für Verbraucher spürbar teurer. Neue Zollgebühren auf günstige Sendungen schlagen als zusätzliche Kosten zu Buche. Mit den Änderungen will die EU die Abgaben auf alle Einkäufe – unabhängig vom Warenwert – vereinheitlichen.
Ab dem Stichtag müssen Käufer bei Bestellungen bei Händlern aus Drittstaaten mit höheren Belastungen rechnen. Pro Produktkategorie fällt eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro an, und zwar auf Sendungen unter 150 Euro – zusätzlich zur bereits bestehenden Einfuhrumsatzsteuer. Dies markiert den ersten Schritt einer umfassenden Reform der EU-Zollpolitik.
Ab dem 1. November 2026 tritt dann eine weitere, noch festzulegende Zollabgabe in Kraft, die die Europäische Kommission aktuell prüft. Langfristig sollen ab dem ersten Euro Zölle auf alle Warensendungen erhoben werden, sobald alle EU-Mitgliedstaaten eingehende Lieferungen vollständig kontrollieren und abfertigen können. Die vollständige Umsetzung ist bis 2028 geplant.
Die Zollverwaltung hat einen Online-Zollrechner eingeführt, mit dem Verbraucher die anfallenden Kosten vorab abschätzen können. Doch durch die zusätzlichen Gebühren könnte sich der Kauf besonders preiswerter Artikel kaum noch lohnen. Zudem raten Experten, vor dem Bestellen die rechtlichen Hinweise und Lieferbedingungen der Händler genau zu prüfen: Bei Einkäufen außerhalb der EU gelten oft schwächere Verbraucherrechte – etwa bei Rückgaben, Erstattungen oder Garantieansprüchen.
Innerhalb der EU bleiben die meisten Waren weiterhin zollfrei, ausgenommen sind jedoch Kaffee, Alkohol, Tabakwaren und ähnliche Produkte.
Die neuen Regeln werden den grenzüberschreitenden Online-Handel bis mindestens 2028 verteuern. Verbraucher sollten vor dem Kauf prüfen, wo der Händler ansässig ist und welche Zusatzkosten anfallen könnten. Besonders preisbewusste Käufer könnten durch die Änderungen benachteiligt werden, da sich manche günstigen Importe künftig nicht mehr rechnen.






