Fachkräftemangel: Warum Deutschland internationale Studierende nicht halten kann
Hans-Jürgen PeukertFachkräftemangel: Warum Deutschland internationale Studierende nicht halten kann
Deutschland kämpft darum, internationale Studierende zu halten – trotz dringendem Fachkräftemangel
Eine neue Studie zeigt die Herausforderungen auf, mit denen ausländische Studierende in Deutschland konfrontiert sind: von Visaproblemen bis hin zu Sprachbarrieren. Doch viele, die nach dem Studium in den Arbeitsmarkt einsteigen, bleiben länger als geplant und füllen so Lücken in Schlüsselbranchen.
Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland konzentriert sich auf MINT-Fächer – genau die Bereiche, in denen das Land bereits rund 148.500 Fachkräfte fehlen. Da in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen werden, wird es immer dringender, qualifizierte Absolventinnen und Absolventen im Land zu halten.
Wer während des Studiums Praktika, praxisnahe Abschlussarbeiten oder fachbezogene Nebenjobs absolviert, steigert seine Jobchancen um 84 Prozent. Dagegen verringern nicht relevante Tätigkeiten die Aussichten auf eine Anstellung um etwa 28 Prozent. Auch Deutschkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle – selbst in englischsprachigen Positionen. Doch nur 15 Prozent der internationalen Studierenden haben verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan.
Absolventen deutscher Hochschulen finden dreimal häufiger eine Arbeitsstelle als Migranten, die direkt zur Jobsuche einreisen. Von denen, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, bleiben 26 Prozent langfristig, sobald sie eine Stelle gefunden haben. Studierende, die über den Bildungsweg einwandern, streben zudem 1,6-mal häufiger eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis an.
Trotz dieser Chancen nennen fast die Hälfte derjenigen, die Deutschland verlassen, Visaprobleme, finanzielle Schwierigkeiten, Sprachbarrieren und begrenzte Karriereperspektiven als Hauptgründe für ihre Abwanderung.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Deutschland internationale Studierende besser unterstützen könnte – etwa durch verbesserte Sprachförderung und klarere Berufseinstiegswege. Angesichts des verschärften Fachkräftemangels in MINT-Berufen könnte das Halten dieser Absolventen helfen, künftige Engpässe zu mildern. Doch solange Visa- und Finanzhürden nicht abgebaut werden, wird das Land weiterhin qualifizierte Arbeitskräfte verlieren.






