Familienunternehmen enttäuscht von schwarz-roter Koalition nach einem Jahr
Hans-Jürgen PeukertFamilienunternehmen enttäuscht von schwarz-roter Koalition nach einem Jahr
Stiftung Familienunternehmen und Politik übt scharfe Kritik an Bundesregierung zum ersten Jahrestag der schwarz-roten Koalition
Die Stiftung Familienunternehmen und Politik hat die Bundesregierung zum ersten Jahrestag der schwarz-roten Koalition scharf kritisiert. Rainer Kirchdörfer, Vorstandsmitglied der Stiftung, warnte, die deutsche Wirtschaft schwächele zusehends – dringende Reformen seien nötig, um einen weiteren Abwärtstrend zu stoppen. Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Frustration in der Wirtschaftselite wider, deren Erwartungen bislang enttäuscht wurden.
Die Stiftung vertritt über 600 mittelständische und große Familienunternehmen. Viele dieser Betriebe hatten große Hoffnungen in die Koalition gesetzt, fühlen sich nun aber durch ausbleibende Fortschritte im Stich gelassen. Kirchdörfer betonte, dass Versagen für die Regierung keine Option mehr sei – insbesondere bei der Bürokratieabbau und der Haushaltsdisziplin.
Er machte deutlich, dass Familienunternehmen zwar weiterhin in Deutschland investieren wollen, zunehmend aber gezwungen seien, Gewinne im Ausland zu erwirtschaften. Inländische Hürden wie übermäßige Regulierung trieben sie dazu, nach Chancen außerhalb des Landes zu suchen. Das Vorstandsmitglied unterstrich zudem die Notwendigkeit besserer Rahmenbedingungen, um sowohl bestehende Unternehmen als auch die nächste Generation zu stärken.
Kirchdörfer verwies auch auf übergeordnete wirtschaftliche Herausforderungen: Die USA untergrüben mit ihrer Politik die Planbarkeit des Welthandels, während sich die europäische Führung in bürokratischen Hemmnissen verstricke. Ohne grundlegende Kurskorrekturen, warnte er, drohe der exportabhängigen deutschen Wirtschaft weiter an Boden zu verlieren.
Die Kritik fällt mit dem ersten Regierungsjubiläum der Koalition zusammen. Wirtschaftsführer fordern nun konkrete Maßnahmen, um die Investitions- und Wachstumsbedingungen zu verbessern. Ohne Reformen, so ihre Argumentation, riskiere Deutschland einen weiteren wirtschaftlichen Niedergang und den Verlust seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit.






