14 January 2026, 13:10

Ferraris Krise vertieft sich: Schwache E-Auto-Nachfrage und schrumpfende Margen belasten den Luxushersteller

Eine Säulendiagramm mit der Bezeichnung "Handel von Personenkraftwagen in den Vereinigten Staaten" mit mehreren Säulen unterschiedlicher Höhe, die jeweils einen anderen Handelszeitraum darstellen.

Ferraris Krise vertieft sich: Schwache E-Auto-Nachfrage und schrumpfende Margen belasten den Luxushersteller

Ferraris Wachstum stockt seit zwei Jahren – und die Probleme häufen sich. Der Luxusautobauer sieht sich nun mit schrumpfenden Margen, schwacher Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und einer langen Wartezeit auf neue Großserienmodelle konfrontiert. Am Montag erlebte die Aktie den stärksten Tagesverlust im STOXX 600 und brach um über 7 Prozent ein.

Die Schwierigkeiten des Unternehmens begannen mit einer geringeren als erwarteten Nachfrage nach rein batteriebetriebenen Fahrzeugen. Zudem zwangen US-Importzölle auf Luxuswagen zu Preiserhöhungen, was die Kundenbindung unter Druck setzt. China, einst der profitabelste Markt für Ferrari, belastet mittlerweile die Gewinne – aufgrund steigender Konkurrenz und höherer Kosten.

Analysten warnen vor tieferliegenden Problemen. Die Bank Oddo BHF nannte drei zentrale Herausforderungen: rückläufige Absatzzahlen, negative Währungseffekte und dünnere Margen bei Elektroautos. Die operative Marge, die eigentlich zwischen 17 und 19 Prozent liegen sollte, wird nun bis 2026 auf nur noch 10 bis 15 Prozent prognostiziert. Auch Ferraris Modellpalette gibt Anlass zur Sorge: Nach dem Auslaufen der Verbrenner-Versionen von Macan und 718 fehlen dem Konzern hochvolumige Modelle, die den Absatz antreiben. Neue SUVs und E-Autos werden frühestens 2027 oder 2028 erwartet – eine lange Durststrecke. Die Investmentbank Barclays stufte die Aktie daraufhin auf "Underweight" herab und setzte das Kursziel auf 40 Euro an, während der allgemeine Analystenkonsens bei "Halten" mit einem Durchschnittsziel von 45,98 Euro bleibt. Derzeit notiert der Wert näher an seinem 52-Wochen-Tief als am Jahreshoch – ein Zeichen für die Verunsicherung der Anleger. Zudem korrigierten die Oddo-BHF-Experten die Gewinnprognosen für 2026 deutlich nach unten und bezeichneten frühere Schätzungen nach Gesprächen mit dem Finanzvorstand als unrealistisch.

Ferraris naher Zukunftsausblick bleibt ungewiss. Ohne bedeutende Neuerscheinungen bis 2027 muss sich das Unternehmen mit schwächeren Verkäufen, engeren Margen und einem sich wandelnden Markt arrangieren. Die jüngsten Herabstufungen und der Kursrutsch spiegeln eine wachsende Skepsis bei Investoren und Analysten wider.