Frühwarnsignale bei Geflüchteten: Wie Radikalisierung rechtzeitig erkannt wird
Hans-Jürgen PeukertFrühwarnsignale bei Geflüchteten: Wie Radikalisierung rechtzeitig erkannt wird
Online-Veranstaltung des Kompetenzzentrums gegen Extremismus (konex) betont frühzeitige Erkennung von Radikalisierungstendenzen bei Geflüchteten
Eine aktuelle Online-Veranstaltung des Kompetenzzentrums gegen Extremismus (konex) hat die wachsende Notwendigkeit unterstrichen, frühe Anzeichen von Radikalisierung unter Geflüchteten zu erkennen. Fast 200 Fachkräfte aus der Geflüchtetenhilfe nahmen an der Sitzung teil, die sich auf Risikofaktoren und Präventionsstrategien konzentrierte. Die Veranstalter betonten, dass frühzeitige Erkennung und Zusammenarbeit entscheidend sind, um das Problem wirksam zu bekämpfen.
Die unter dem Titel "Risiken und Warnsignale möglicher Radikalisierung bei Menschen mit Fluchterfahrung erkennen" stehende Veranstaltung war Teil eines umfassenden Schulungsprogramms für Personen, die Geflüchtete unterstützen. Sie umfasste Vorträge von Expertinnen und Experten des Landesamts für Verfassungsschutz Baden-Württemberg und von konex sowie eine anschließende Fragerunde. Eine Aufzeichnung steht nun auf Anfrage zur Verfügung, um weiteren Fachkräften den Zugang zu den Inhalten zu ermöglichen.
Laut konex unterscheiden sich Warnsignale bei Geflüchteten oft von allgemeinen Mustern. Soziale Isolation, Identitätskrisen und die Konfrontation mit extremistischem Online-Content zählen zu den häufigen Alarmzeichen. Diese Risiken können durch Traumata infolge von Vertreibung, kulturellen Umbrüchen und mangelnder Integrationsunterstützung noch verstärkt werden. Bettina Rommelfanger, Polizeidirektorin und Geschäftsführerin von konex, erläuterte, dass die Veranstaltung Fachkräften helfen solle, diese Risiken zu erkennen und zu handeln, bevor sich Radikalisierungstendenzen verfestigen.
Dr. Daniel Köhler, wissenschaftlicher Leiter von konex, wies darauf hin, dass Radikalisierung ein komplexes Phänomen sei, das frühzeitige Prävention und starke soziale Netzwerke erfordere. Er betonte, dass kein einzelner Faktor den Prozess erkläre, weshalb die Zusammenarbeit zwischen Behörden unerlässlich sei. Das Zentrum bietet neben seinen Schulungsprogrammen auch individuelle Beratung für Betroffene aller Formen von Extremismus an.
Die Online-Sitzung wurde durch Präsenzworkshops und maßgeschneiderte Veranstaltungen zu den Deradikalisierungsangeboten von konex ergänzt. Fachkräfte, die Beratung oder weitere Schulungen suchen, können konex per E-Mail unter [email protected] kontaktieren oder die Website unter www.konex-bw.de besuchen.
Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung von frühzeitigem Eingreifen und ressortübergreifender Zusammenarbeit bei der Prävention von Radikalisierung. Mit fast 200 Teilnehmenden und dem fortlaufenden Zugang zu Aufzeichnungen erweitert konex weiterhin seine Unterstützung für Fachkräfte in der Arbeit mit Geflüchteten. Das Zentrum bleibt eine zentrale Anlaufstelle – sowohl für Professionelle als auch für gefährdete Personen.






