Gabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf gegen die DDR-Diktatur im Gropius Bau
Verena KramerGabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf gegen die DDR-Diktatur im Gropius Bau
Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer
Der Berliner Gropius Bau präsentiert derzeit eine umfangreiche Retrospektive des Werks von Gabriele Stötzer. Die Schau vereint rund 150 Exponate – darunter Videos, Fotografien, Modedesigns und große Wollskulpturen von Frauen. Mit 73 Jahren zählt die Künstlerin nach wie vor zu den prägendsten Figuren der zeitgenössischen deutschen Kunstszene.
Stötzers Schaffen ist geprägt von künstlerischem Erfindungsreichtum und politischem Widerstand. Ende der 1970er Jahre gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe, einem Kollektiv, das die kulturellen Normen der DDR herausforderte. Ihr Engagement führte zur Inhaftierung, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Während ihrer einjährigen Haft vertrieb sie sich die Zeit mit dem Stricken von Strumpfhosen.
1989 beteiligte sich Stötzer an der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt – ein mutiger Akt des Widerstands gegen das Regime. Ihr Werk, oft zutiefst persönlich und politisch, erfuhr seitdem breite Anerkennung. Im Herbst wird sie mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der höchsten Kunstpreise Deutschlands. Zu den früheren Preisträgern zählen Henry Moore, Gerhard Richter, Joseph Beuys, Rebecca Horn und Christo.
Die Ausstellung im Gropius Bau läuft parallel zur Bekanntgabe der bevorstehenden Ehrung. Die Retrospektive bietet einen umfassenden Einblick in ihr vielseitiges und einflussreiches Œuvre. Die Auszeichnung im Oktober wird ihren Platz unter den bedeutendsten Künstlerinnen Deutschlands weiter festigen.






