GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschemaschine" – aber lobt Pallas Reformen
Hans-Jürgen PeukertGDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschemaschine" – aber lobt Pallas Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihr finanzielles Missmanagement kritisiert. Er bezeichnete die komplexen Strukturen des Unternehmens als "Geldwäschemaschine" und stellte jüngste Personalentscheidungen der Führungsebene infrage. Seine Äußerungen fielen zusammen mit einer vorsichtigen Unterstützung für die Umstrukturierungspläne von Vorstandsvorsitzender Evelyn Palla.
Reißen richtete seinen Vorwurf insbesondere gegen die internen Abrechnungspraktiken der DB sowie ihr weitverzweigtes Netz aus Tochtergesellschaften. Er enthüllte, dass die Zahl der Tochterfirmen unter dem Dach der DB AG von über 1.000 auf knapp unter 600 gesunken sei. Trotz dieser Verringerung bleibe das System seiner Ansicht nach unnötig undurchsichtig und ineffizient.
Zudem äußerte er Frustration über die Ernennung von Karin Dohm zur Finanzvorständin und warf ihr vor, nicht über die erforderlichen Qualifikationen zu verfügen. Diese Entscheidung, warnte er, könnte künftig zu weiteren Kontroversen und zusätzlichen Belastungen für die Steuerzahler führen.
Gleichzeitig unterstützte Reißen jedoch Pallas jüngste Maßnahmen zur Straffung des Managements. Er begrüßte ihre Entscheidung, die Größe der Führungsebene zu halbieren, und prognostizierte, dass dies die Produktivität und die betrieblichen Ergebnisse verbessern werde. Darüber hinaus befürwortete er die Entlassungen von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, und Dohm als notwendigen Schritt für eine konsequente Unternehmensführung.
Obwohl Reißen Pallas Reformbemühungen anerkannte, forderte er sie auf, weniger Versprechungen zu machen und stattdessen konkrete Taten folgen zu lassen. Er betonte die Notwendigkeit direkter Eingriffe, um die seit langem bestehenden Ineffizienzen im Schienensystem zu beheben.
Reißens Kritik unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Transparenz und der Personalpolitik der DB. Seine Unterstützung für Pallas Umstrukturierung deutet auf die Forderung nach schnelleren und entschlosseneren Reformen hin. Die Äußerungen des Gewerkschaftschefs könnten den Druck auf das Unternehmen erhöhen, seine Abläufe zu vereinfachen und die Verantwortlichkeit zu stärken.






