05 June 2026, 16:17

Gericht bestätigt Entlassung von Ex-Handelsaufseher nach Corona-Kritik und Arbeitszeitbetrug

Lucian Michaelis: Als 'rechts' gebrandmarkt

Gericht bestätigt Entlassung von Ex-Handelsaufseher nach Corona-Kritik und Arbeitszeitbetrug

Ein Gericht hat die Entlassung von Lucian Michaelis, einem ehemaligen leitenden Handelsaufseher in Sachsen-Anhalt, bestätigt. Die Entscheidung folgt auf einen langwierigen Rechtsstreit wegen Vorwürfen des Fehlverhaltens und seiner offenen Kritik an den Pandemie-Maßnahmen. Sein Fall hat besondere Aufmerksamkeit erregt, da seine Familie eng mit lutherischem Aktivismus und politischem Widerstand verbunden ist.

Lucian Michaelis arbeitete bis zu seiner Entlassung im Jahr 2024 als leitender Handelsaufseher im Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt. Die Kündigung erfolgte, nachdem er öffentlich Impfpolitiken kritisiert und an Protesten gegen die Corona-Maßnahmen teilgenommen hatte. Ein Vorfall im Februar 2022, bei dem er am Ende eines Fackelmarsches in Halberstadt aufgetaucht war, führte zu Vorwürfen, er sympatisiere mit rechtsextremen Kreisen.

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Die Gerichte prüften später die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Zwar wiesen sie die Anschuldigungen mangelnder Leistung und politischer Extremismus zurück, bestätigten jedoch, dass er Arbeitszeitbetrug begangen hatte. Dieses Urteil kostete ihn seinen Beamtenstatus und besiegelte damit rechtlich seine Entlassung aus dem Dienst.

Michaelis’ Widerstand gegen die Pandemie-Maßnahmen war geprägt von seiner lutherisch-christlichen Erziehung. Sein Vater, Martin Michaelis, ein Pfarrer in Quedlinburg, ist ein lautstarker Kritiker der staatlichen Corona-Politik. Der ältere Michaelis kandidierte sogar als unabhängiger Bewerber mit Unterstützung der AfD und steuerte später einen Beitrag zum 2025 erschienenen Sammelband Mut zum Widerspruch: Stimmen des „Keine Alternative“-Widerstands bei. Beide beriefen sich auf lutherische Lehren – insbesondere auf den Grundsatz, dass das Gewissen moralische Entscheidungen bestimmt – als treibende Kraft ihres Widerstands.

Mit der gerichtlichen Entscheidung endet Lucian Michaelis’ Karriere im öffentlichen Dienst. Sein Fall verdeutlicht die rechtlichen Konsequenzen von Arbeitszeitbetrug, während die politischen und religiösen Debatten darüber weiterhin andauern. Das Urteil lässt keine Möglichkeit zur Wiedereinsetzung offen und schließt damit das Kapitel über seine Tätigkeit im sachsen-anhaltinischen Staatsdienst ab.

Quelle