08 April 2026, 08:52

Giffey diskutiert mit Rudower Apothekerin über Reformen und Existenzängste der Branche

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Giffey diskutiert mit Rudower Apothekerin über Reformen und Existenzängste der Branche

Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft, besuchte am Mittwoch die Alte Kloster-Apotheke in Rudow. Bei dem etwa einstündigen Gespräch ging es um die Herausforderungen, vor denen ortsansässige Apotheken stehen, sowie um die anstehende Apothekenreform.

Die Inhaberin und Apothekerin Katja Laurisch-Nehrkorn brachte zentrale Anliegen vor, darunter die längst überfällige Anpassung der Vergütungssätze sowie die Auswirkungen neuer Vorschriften auf die Branche. Während des Besuchs betonte sie besonders den dringenden Bedarf an besseren Löhnen für Apothekenmitarbeiter. Die Gebühren seien seit Jahren nicht mehr angepasst worden, was Betrieben wie dem ihren erhebliche finanzielle Belastungen aufbürde. Giffey hörte aufmerksam zu, bedankte sich später bei der Apothekerin für die ausführliche Diskussion und würdigte deren Rolle bei der Versorgung mit essenzieller medizinischer Grundversorgung in Rudow.

Laurisch-Nehrkorn kritisierte zudem Pläne, die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) auszuweiten. Sie warnte davor, dass dies Drogerieketten den Weg in den verschreibungspflichtigen Medikamentenmarkt ebnen könnte – auf Kosten unabhängiger Apotheken. Ein weiteres großes Problem sei die geplante Ausbildungsabgabe, die angesichts der ohnehin hohen Personalkosten in der Branche zusätzliche Belastungen mit sich bringen würde.

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Die Apothekerin forderte verbindliche Verhandlungsrechte, die es Apothekern ermöglichen würden, ihre Gebühren ohne Einmischung des Bundesgesundheitsministeriums selbst festzulegen. Zudem äußerte sie Bedenken gegenüber dem wachsenden Trend zur Direktverteilung teurer Medikamente, der lokale Apotheken weiter unter Druck setzen könnte.

Trotz ihres begrenzten Einflusses auf die Bundespolitik hatte Laurisch-Nehrkorn das Gefühl, dass ihre Sorgen ernst genommen wurden. Sie schätzte Giffeys Engagement und betonte die Notwendigkeit einer vertieften Debatte über das Apothekenrecht. Zum Abschluss des Gesprächs erkannte Giffey die Schwierigkeiten an, mit denen Apotheken konfrontiert sind, und die Dringlichkeit einer Reform. Die von Laurisch-Nehrkorn vorgebrachten Punkte – von Lohnkosten bis hin zu regulatorischen Änderungen – wurden als zentrale Zukunftsthemen der Branche festgehalten. Die Diskussion unterstrich, wie wichtig es ist, politische Weichenstellungen mit der Zukunftsfähigkeit lokaler Apotheken in Einklang zu bringen.

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