06 February 2026, 23:30

Gil Ofarim gesteht Lügen im Antisemitismus-Fall – doch neue Details überraschen

Eine Gruppe von Menschen steht vor Reportern mit Mikros, Handys und Papieren in einem öffentlichen Raum mit einer Glaswand im Hintergrund.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim gesteht Lügen im Antisemitismus-Fall – doch neue Details überraschen

Im Oktober 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor und behauptete, der Angestellte habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen, bevor er Ende 2023 eingestellt wurde, nachdem Ofarim vor Gericht eingeräumt hatte, dass seine Schilderung erfunden war. Nun sind neue Details über die finanzielle Einigung und seine widersprüchlichen Aussagen bekannt geworden.

Die Kontroverse begann, als Ofarim den Vorfall in den sozialen Medien öffentlich machte und eine Auseinandersetzung beschrieb, bei der der Mitarbeiter angeblich diskriminierende Bemerkungen gemacht habe. Später beharrte er darauf, es gebe einen Zeugen, der ihn mit der Kette gesehen habe, und argumentierte, dass entscheidende Sekunden auf den Überwachungsaufnahmen des Hotels fehlten. Zudem behauptete er, das im Internet verbreitete Video sei nicht das Original und möglicherweise manipuliert worden.

Die Hotelaufzeichnungen zeigten jedoch keine Spur der Halskette. Dennoch hielt Ofarim zwei Jahre lang an seiner Version fest. Erst im November 2023 gestand er vor Gericht, dass seine Geschichte unwahr sei. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt, nachdem er sich bereit erklärt hatte, 10.000 Euro Entschädigung zu zahlen – aufgeteilt zwischen der jüdischen Gemeinde Leipzigs und der Stiftung, die das Haus der Wannsee-Konferenz verwaltet.

Ofarim berief sich später auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, um seine sparsamen öffentlichen Stellungnahmen zu begründen. Diese Behauptung wurde jedoch vom Anwalt des Hotelmitarbeiters widerlegt, der klarstellte, dass lediglich eine Unterlassungserklärung existiere. Während seines Auftritts bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! brach er sein Schweigen erneut und sprach im Lagerfeuer-Gespräch über den Skandal.

Die jüdische Gemeinde Leipzigs kündigte an, ihren Anteil von 5.000 Euro für interreligiöse Projekte zu verwenden, obwohl sie das Geld durch Ofarims Handeln als belastet ansieht. Die verbleibenden 5.000 Euro gingen an die Stiftung Haus der Wannsee-Konferenz, ohne dass konkrete Pläne für deren Verwendung bekannt wurden.

Der Fall endete ohne formelles Urteil, doch Ofarims Geständnis und die finanzielle Regelung brachten einen Schlussstrich. Die Mittel für die Leipziger jüdische Gemeinde sollen nun interreligiöse Initiativen fördern, während der zunächst beschuldigte Hotelmitarbeiter von jedem Vorwurf freigesprochen wurde. Der Vorfall bleibt eine Debatte über Verantwortung und die Folgen falscher Anschuldigungen.