Gil Ofarim gewinnt trotz Skandale das Dschungelcamp – war es gerecht?
Hans-Jürgen PeukertGil Ofarim gewinnt trotz Skandale das Dschungelcamp – war es gerecht?
Die neueste Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"* auf RTL ist mit Kontroversen und skurrilen Momenten zu Ende gegangen. Zuschauer nannten sie eine der unangenehmsten bisher – geprägt von Streitigkeiten zwischen den Campern und anhaltenden Skandalen. Trotz anhaltender öffentlicher Skepsis gegenüber seinen früheren Behauptungen ging Gil Ofarim als Sieger aus dem Dschungelcamp hervor.
Das Lager beherbergte diesmal ein buntes Sammelsurium an Prominenten – von D- bis F-Klasse –, darunter Reality-TV-Veteranen und weitgehend unbekannte Gesichter. Wochenlang mussten sie sich ekelerregenden Challenges und angespannten Gruppendynamiken stellen. Zwei Themen dominierten die Gespräche: der Streit zwischen Samira und Eva sowie die Nachwehen der Antisemitismus-Vorwürfe gegen Gil Ofarim aus dem Jahr 2021.
Samira warf Eva vor, sich an Bauer Patrick "mit Krallen" heranzumachen, und bezeichnete sie als "Beziehungszerstörerin". Die Auseinandersetzung eskalierte vor den Augen aller Campbewohner und ließ manche sprachlos zurück. Währenddessen beobachteten Schauspieler Hardy Krüger jr. und andere ältere Teilnehmer die Eskapaden der jüngeren Generation mit wachsender Verärgerung. Sie kritisierten, dass einige Campbewohner Drama offenbar nur wegen der Kamera inszenierten.
Gil Ofarims Anwesenheit sorgte für zusätzliche Spannungen. Sein Vorwurf aus dem Jahr 2021, in einem Leipziger Hotel antisemitisch behandelt worden zu sein, hatte zunächst Empörung ausgelöst – bis Hinweise auftauchten, dass er Teile der Geschichte erfunden haben könnte. 2026 hatte sich die öffentliche Meinung deutlich gewandelt: Eine Umfrage ergab, dass 41 Prozent der Zuschauer ihm nicht glaubten. Selbst im Dschungelcamp stand er unter Druck, besonders durch Ariel, einen Anhänger der "Flache-Erde"-Theorie, der wiederholt eine Entschuldigung für Ofarims früheres Verhalten forderte.
Die Staffel bot auch absurde Szenen. Eine Kakerlake sprang dramatisch ins Feuer unter einem Topf mit Reis und Bohnen – anscheinend ein "Freitod". Bauer Patrick reagierte entsetzt und fragte: "Sind wir wirklich so schlimm?". Die Szene entwickelte sich zu einem makabren Running Gag unter den Campern.
Trotz aller Kritik sicherte sich Ofarim die Dschungelkrone. Sein Sieg überraschte manche, angesichts der anhaltenden Vorbehalte gegen seine Person.
Die Staffel bestätigte RTLs Strategie, das Camp zunehmend mit Reality-TV-Persönlichkeiten zu füllen – ein Trend, der die Show in den letzten Jahren geprägt hat. Ofarims Sieg und die gespaltene Reaktion der Öffentlichkeit werfen Fragen auf, wie es mit seinem Ruf nach dem Dschungel weitergeht. Fest steht: Mit einer Mischung aus inszeniertem Drama und echten Kuriositäten bleibt die Sendung Gesprächsstoff – ob zur Belustigung oder zur Verzweiflung.