20 March 2026, 18:32

Grüne und CDU suchen nach Koalitionskompromiss in Baden-Württemberg

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor dem Kanzleramt in Berlin mit Reportern, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

Skandal vor der Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne und CDU suchen nach Koalitionskompromiss in Baden-Württemberg

Die Grünen-Politikerin Simone Fischer hat sich beim CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel für das Teilen eines umstrittenen Beitrags entschuldigt. Der Vorfall folgt auf einen scharfen Schlagabtausch zwischen beiden Parteien, nachdem ein altes Video von Hagel im Netz wieder aufgetaucht war. Nun bereiten sich beide Seiten auf Koalitionsgespräche vor, nachdem die Landtagswahl in Baden-Württemberg in einem Patt geendet hatte.

Der Streit begann, als die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer ein acht Jahre altes Video von Hagel erneut teilte, in dem er bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin macht. Der Clip entfachte die Debatte über Sexismus neu, woraufhin die CDU den Grünen eine "schmutzige Kampagne" vorwarf. Simone Fischer heizte die Stimmung weiter an, indem sie ein Foto von Hagel mit der Schlagzeile "Offizielle Verwarnung" und dem Text "Versteckt eure Kinder" postete – den sie kurz darauf wieder löschte.

Fischer schwieg zunächst zu den Reaktionen, nahm dann aber Kontakt zu Hagel auf. In einer direkten Entschuldigung bedauerte sie die Veröffentlichung des Beitrags. Ihr Schritt wird nun als Versuch gewertet, die Spannungen vor den offiziellen Sondierungsgesprächen zwischen Grünen und CDU zu entschärfen.

Die Wahl am 8. März hatte beide Parteien mit jeweils 56 Sitzen gleichauf enden lassen. Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Das Ergebnis markiert das beste Abschneiden der Grünen in Baden-Württemberg seit 2021, getrieben von ihrer Klimapolitik und sozialen Agenda. Die CDU hingegen verlor an Zustimmung, bedingt durch interne Zerwürfnisse in der Energiepolitik, migrationspolitische Debatten und wirtschaftliche Sorgen.

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Da keine der beiden Parteien eine absolute Mehrheit hält, haben die Grünen die CDU zu Koalitionsverhandlungen in den kommenden Tagen eingeladen.

Fischers Entschuldigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Parteien nach der knapp ausgegangenen Wahl nach einem Weg vorwärts suchen. Die Führungsposition der Grünen bei den Stimmen und ihre Einladung zu Gesprächen leiten die Verhandlungen ein. Eine mögliche Koalition würde jedoch Kompromisse in den strittigen Fragen Energiepolitik, Migration und Wirtschaft erfordern.

Quelle