Jugend-D-Ticket bleibt bei 45 Euro – doch wer zahlt die steigenden ÖPNV-Kosten?
Verena KramerJugend-D-Ticket bleibt bei 45 Euro – doch wer zahlt die steigenden ÖPNV-Kosten?
Das Jugend-D-Ticket in Baden-Württemberg verzeichnet seit seinem Start im Dezember 2023 eine enorme Nachfrage. Als günstige Mobilitätsoption für junge Menschen ermöglicht es für nur 45 Euro im Monat bundesweite Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch steigende Kosten zwingen nun zu Anpassungen bei dem vor allem vom Land und den Kommunen finanzierten Angebot.
Das Jugend-D-Ticket löste das bisherige Jugendticket Baden-Württemberg ab und bietet Menschen unter 28 Jahren vergünstigte Fahrten in ganz Deutschland. Die Finanzierung übernehmen zu 70 Prozent das Land und zu 30 Prozent die Landkreise und Städte – und das mit weitaus größerem Zuspruch als erwartet. Angesichts steigender Ausgaben im ÖPNV werden jedoch nun Korrekturen nötig.
Ab Januar 2026 steigt der Preis für das reguläre Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro. Diese Erhöhung führte zwar zu einer Neukalkulation des Jugend-D-Tickets, doch dessen monatlicher Preis bleibt bei 45 Euro. Das Land steuert jährlich rund 110 Millionen Euro bei, den Rest tragen Städte und Landkreise. Während andere Bundesländer wie Niedersachsen, Bayern oder Nordrhein-Westfalen eigene Jugendermäßigungen anbieten, beteiligen sie sich nicht an der Finanzierung des baden-württembergischen Modells. Wer in Nachbarbundesländern wohnt, kann das Ticket nutzen, wenn er in Baden-Württemberg studiert oder eine Ausbildung macht – doch das Programm bleibt eine regionale Initiative. Für alle, die nur lokal unterwegs sind, gibt es noch günstigere Alternativen, was das Jugend-D-Ticket zu einer flexiblen Lösung macht.
Trotz allgemeiner Preiserhöhungen im Nahverkehr bleibt das Jugend-D-Ticket bei 45 Euro pro Monat. Junge Menschen unter 28 Jahren können damit weiterhin bundesweit günstig reisen. Die steigenden Kosten im ÖPNV werden jedoch Land und Kommunen stärker belasten. Die Zukunft des Angebots hängt nun von der weiteren Finanzierung und der Nachfrage ab.