22 December 2025, 09:14

Junge Sozialisten fordern Rentenniveau von 53 Prozent und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze

Ein Plakat auf einem Tisch oder an der Wand, das Menschen mit Schildern zeigt, mit Cartoon-Teufeln oben.

Junge Sozialisten fordern Rentenniveau von 53 Prozent und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze

Jusos fordern Rentenhöhe von 53 Prozent und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze

Ankündigung: Die Jungen Sozialistinnen und Sozialisten (Jusos) mischen sich nun ebenfalls in die aktuelle Rentendebatte ein und wollen auf dem kommenden Bundeskongress nächste Woche weitreichende Forderungen beschließen – darunter eine Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent. In einem Initiativantrag des Juso-Bundesvorstands zum Sozialstaat, über den die „Rheinische Post“ in ihrer Freitagsausgabe berichtete, heißt es um den Vorsitzenden Philipp Türmer: „Die durchschnittliche Rente liegt […]“

Veröffentlichungsdatum: 21. November 2025, 05:28 Uhr

Schlagwörter: Politik & Gesetzgebung, Innenpolitik, Allgemeine Nachrichten

Artikel: Die Jungen Sozialistinnen und Sozialisten (Jusos) bringen sich mit weitreichenden Vorschlägen in die Rentendebatte ein: Sie fordern eine deutliche Anhebung der Leistungen und eine Reform der sozialen Sicherungssysteme. Unter der Führung von Philipp Türmer strebt die Organisation an, das Rentenniveau auf 53 Prozent zu erhöhen und Gering- sowie Mittelverdiener zu entlasten. Über die Pläne soll auf dem anstehenden Bundeskongress in Mannheim abgestimmt werden.

Die Jusos argumentieren, dass die durchschnittliche Rente derzeit nur knapp 100 Euro über der Armutsgrenze liege. Um dies zu ändern, schlagen sie vor, das aktuelle Rentenniveau zu sichern und schrittweise auf 53 Prozent anzuheben. Finanziert werden soll dies durch eine Ausweitung der gesetzlichen Rentenversicherung auf alle Berufsgruppen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Reformpläne liegt auf den Sozialabgaben. Ein sogenannter „Entlastungsreflex“ soll höhere Beiträge durch Steuersenkungen für Gering- und Mittelverdiener ausgleichen. Zudem fordern die Jusos die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung – damit würden Besserverdiener stärker zur Kasse gebeten. Im Bereich der Krankenversicherung setzen sie sich für eine „Bürgerversicherung“ ein, die sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung ersetzen soll. Auch hier würde die Beitragsbemessungsgrenze entfallen, sodass höhere Einkommen proportional mehr zahlen.

Kritik üben die Jusos an den geplanten Reformen von Arbeitsministerin Bärbel Bas zum Bürgergeld: Diese seien „strafend“ und zielten auf Sanktionen bei Sozialleistungen ab – dem widersprechen sie entschieden. Türmer, der am 28. November 2025 mit 66,7 Prozent der Stimmen als Bundesvorsitzender wiedergewählt wurde, wird die Forderungen vorantreiben. Der Beschluss des Vorstands steht nun zur Abstimmung auf dem Mannheimer Kongress an.

Sollten die Pläne angenommen werden, würde dies einen deutlichen Kurswechsel in der Sozialpolitik bedeuten. Die Jusos wollen damit Renten stärken, die Krankenversicherung reformieren und die finanzielle Belastung für Geringverdiener verringern. Das Ergebnis der Mannheimer Abstimmung wird zeigen, ob diese Forderungen weiterverfolgt werden.