Kai Wegner spielt Tennis während des Berliner Stromausfalls – und erntet Shitstorm
Gabor HethurKann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Kai Wegner spielt Tennis während des Berliner Stromausfalls – und erntet Shitstorm
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät wegen Tennis-Spiels während eines großflächigen Stromausfalls in die Kritik
Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister, sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, weil er während eines massiven Stromausfalls am vergangenen Wochenende Tennis gespielt hat. Der Blackout hatte rund 100.000 Menschen in der Südwestlichen Stadt ohne Strom und Heizung zurückgelassen. Zwar konnte die Krise schneller als erwartet behoben werden, doch rückt nun weniger die technische Bewältigung als vielmehr Wegners persönliches Verhalten in den Fokus.
Der Stromausfall begann bereits am frühen Samstagmorgen und betraf 45.000 Haushalte, während zahlreiche Dienstleistungen lahmgelegt wurden. Wegner gab später zu, den Vormittag damit verbracht zu haben, die Krisenbewältigung aus seinem Homeoffice zu koordinieren. Dokumenten zufolge unterbrach er diese Arbeit jedoch für eine einstündige Tennispartie mit seiner Lebensgefährtin, der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch – fünf Stunden nach Beginn des Blackouts.
Drei politische Parteien fordern seitdem seinen Rücktritt und werfen ihm vor, ein schlechtes Urteil bewiesen zu haben. Andere kritisieren die Ablenkung, auch wenn Fachleute versichern, dass das Berliner Stromnetz nicht anfälliger sei als das anderer deutscher Städte. Wegners politische Gegner versuchen nun, ihm jeden politischen Vorteil abzusprechen, den er aus der zügigen Wiederherstellung der Stromversorgung ziehen könnte. Die Debatte hat an Schärfe gewonnen, manche sprechen von falsch gesetzten Prioritäten. Kritiker argumentieren, dass die Wut der Bevölkerung weniger den technischen Pannen gelte als vielmehr dem Eindruck, dass Führungskräfte in Krisenzeiten Freizeitaktivitäten über die Bewältigung der Lage stellen. Wegner verteidigt sein Vorgehen und betont, die Koordination per Telefon sei trotz seiner kurzen Abwesenheit effektiv geblieben.
Die Stromversorgung wurde einen ganzen Tag früher als geplant wiederhergestellt, und es gab keine schweren Verletzungen. Dennoch überlagert die Kontroverse um Wegners Tennispartie die erfolgreiche Lösung der Krise. Der Vorfall zeigt, wie stark persönliches Verhalten die öffentliche Diskussion prägen kann – selbst wenn die technischen Systeme wie vorgesehen funktionieren.