09 May 2026, 08:30

KBV fordert dringende Reformen: Ärzte erhalten nur 16 Prozent der Gesundheitsausgaben

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Kosten für Insulin auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo.

KBV fordert dringende Reformen: Ärzte erhalten nur 16 Prozent der Gesundheitsausgaben

Deutschlands niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten behandeln fast alle Patienten – doch ihr Anteil an den Gesundheitsausgaben bleibt gering. Nun fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) dringend Reformen. Die Vorstandsmitglieder werfen der Politik vor, die seit langem bekannten Probleme im ambulanten Sektor zu ignorieren.

Zwischen 2019 und 2024 entging den Vertragsärzten durch nicht erstattete Leistungen im Rahmen strenger Budgetvorgaben ein Betrag von über 11 Milliarden Euro. Dennoch übernehmen die niedergelassenen Praxen 97 Prozent aller Behandlungsfälle, erhalten aber nur 16 Prozent der Gesundheitsausgaben. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen kritisierte scharf, dass die Regierung weiterhin Millardensummen in die stationäre Versorgung pumpe – ohne klare Zielvorgaben.

Gassen lehnte auch die Apothekenreform ab, die Pharmabetrieben zusätzliche eine Milliarde Euro für feste Packgebühren zusichert. Dr. Sibylle Steiner forderte unterdessen Nachbesserungen beim Apotheken-Versorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), um faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie verwies auf anhaltende Defizite bei der Digitalisierung, darunter tägliche Ausfälle der Telematikinfrastruktur (TI) und zersplitterte Datenströme.

Dr. Stephan Hofmeister warnte vor neuen Regelungen, die die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichten, rund um die Uhr Telemedizin-Sprechstunden und Hausbesuche anzubieten – selbst während der regulären Praxiszeiten. Steiner forderte zudem ein Ende der ungleichen Behandlung, eine zuverlässigere TI sowie bessere Praxisverwaltungssysteme im Rahmen des geplanten Digitalgesetzes. Die KBV wies außerdem darauf hin, dass nicht versicherungspflichtige Leistungen im Umfang von bis zu 45 Milliarden Euro bei den Spardebatten ausgeklammert bleiben.

Die Position der KBV ist klar: Ohne mutige Reformen wird die ambulante Versorgung weiter unter Finanznot und Ineffizienz leiden. Die Forderungen nach einer besseren digitalen Infrastruktur, gerechterer Finanzierung und weniger Bürokratie liegen nun bei den politischen Entscheidungsträgern – es braucht endlich Taten.

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