Knauf will 50 Jahre lang Gips unter Altertheim abbauen – doch das Trinkwasser ist in Gefahr
Verena KramerKnauf will 50 Jahre lang Gips unter Altertheim abbauen – doch das Trinkwasser ist in Gefahr
Knauf plant 50 Jahre unterirdischen Gipsabbau in Altertheim
Der Baukonzern Knauf hat ein Projekt für den unterirdischen Gipsabbau in Altertheim über einen Zeitraum von 50 Jahren vorgeschlagen. Geplant ist die Förderung von einer Million Tonnen pro Jahr. Die Regierung von Unterfranken hat nun die Risiken und Auflagen für den Betrieb bewertet.
Laut der Behörde würde der Gipsabbau keine unkontrollierbaren Risiken bergen – vorausgesetzt, es werden strenge Bedingungen eingehalten. Dennoch bleibe ein Restrisiko, das jedoch als beherrschbar eingestuft werde. Sollte der Grundwasserspiegel sinken, müsste der Abbau sofort gestoppt werden. Das Gebiet ist von entscheidender Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gemeinden.
Knauf begrüßte die Einschätzung der Regierung. Das Unternehmen strebe an, ein verlässlicher Partner und ein guter Nachbar in Altertheim zu sein. Im Rahmen der raumordnerischen Prüfung wurden 79 Behörden einbezogen und rund 4.300 öffentliche Einwände geprüft.
Die Grünen kritisierten die Bewertung scharf. Sie werfen der Behörde vor, die Gefährdung des Trinkwassers falsch eingeschätzt zu haben. Eine Online-Petition gegen das Projekt sammelte bereits über 5.600 Unterschriften.
Die endgültige Genehmigung liegt beim Bergamt Nordbayern. Eine Entscheidung wird bis Ende des Jahres erwartet. Knauf muss die von der Regierung in Würzburg festgelegten Auflagen strikt erfüllen. Über die Zukunft des Projekts entscheidet das abschließende Urteil der Bergbehörde. Bei einer Genehmigung könnte der Abbau unter engmaschiger Überwachung der Grundwasserstände beginnen.
