Kretschmanns Rückzug markiert das Ende einer grünen Ära in Baden-Württemberg
Verena KramerKretschmann: "Ich bin froh, dass ich aufhöre" - Kretschmanns Rückzug markiert das Ende einer grünen Ära in Baden-Württemberg
Baden-Württembergs langjähriger Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angekündigt, nach den Landtagswahlen im März 2026 von seinem Amt zurückzutreten. Der 77-jährige Grünen-Politiker, der 2011 die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU im Südwesten brach, bezeichnete das Amt als überwältigende Belastung und räumte ein, seit Jahren unter dem Druck der grünen Politik zu leiden.
Kretschmann gestand, dass selbst kleine Rückschläge im Amt ihn gestresst und erschöpft zurückließen. Er berichtete von häufigen schlaflosen Nächten und beschrieb die unablässigen Anforderungen der Führungsrolle als ständige Last. In jüngsten Interviews wurde deutlich, wie erleichtert er über das nahende Ende seiner Amtszeit ist.
2011 als erster grüner Ministerpräsident des Landes gewählt, schrieb Kretschmann Geschichte, indem er die seit 1953 ununterbrochene CDU-Herrschaft beendete. Sein Verzicht auf eine erneute Kandidatur markiert das Ende einer Ära. Umfragen vom Januar 2026 zeigen eine zersplitterte politische Landschaft: Die CDU liegt bei 29 Prozent, die Grünen bei 23 und die AfD bei 20 Prozent. SPD, Linke und FDP folgen mit deutlichem Abstand – ein Zeichen für den Wandel weg von der einst dominierenden Position der Grünen.
Trotz seines Rückzugs bleibt Kretschmanns Einfluss unbestritten. Seine Amtszeit prägte die Politik Baden-Württembergs und bewies, dass die Grünen ein großes deutsches Flächenland regieren können. Doch nach 15 Jahren an der Spitze hat er sich entschieden, der Belastung der grünen Politik zu entfliehen.
Mit Kretschmanns Abschied entsteht 2026 eine Lücke in der Landespolitik. Die Grünen müssen sich nun auf eine Zukunft ohne ihre prägendste Figur vorbereiten. Sein Rückzug ebnet zudem den Weg für eine wettbewerbsintensivere und zersplittertere politische Landschaft in Baden-Württemberg.