Logistikbranche kämpft mit Insolvenzwelle und explodierenden Dieselkosten
Gabor HethurLogistikbranche kämpft mit Insolvenzwelle und explodierenden Dieselkosten
Deutschlands Transport- und Logistikbranche steht unter wachsendem finanziellen Druck
Steigende Kosten, schmale Gewinnspannen und verzögerte Zahlungseingänge von Kunden treiben viele Unternehmen in der Branche an den Rand des Ruins. Allein im vergangenen Jahr meldeten 469 Firmen Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent gegenüber 2024.
Die meisten Logistikunternehmen müssen Treibstoffkosten vorstrecken, warten jedoch im Schnitt 60 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch die Kunden. Diese Verzögerung, kombiniert mit explodierenden Dieselpreisen und hohen Vorfinanzierungskosten, belastet die Liquidität schwer. Viele Betreiber – insbesondere kleine und mittlere Speditionen – wirtschaften mit Gewinnmargen von unter drei Prozent, während gleichzeitig die Lohnkosten weiter steigen.
Zahlungsausfälle im frühen Jahr 2025 haben bereits den Fünfjahresdurchschnitt überschritten. Der Kreditversicherer Atradius warnt, dass mittlerweile jedes vierte kleinere Transportunternehmen ein hohes Insolvenzrisiko trägt. Neben den finanziellen Belastungen kämpft die Branche mit einem akuten Fahrermangel, den Kosten für die digitale Modernisierung und dem scharfen Wettbewerb durch osteuropäische Konkurrenten.
Globale Störungen, wie anhaltende Blockaden in der Straße von Hormus, könnten die Lage weiter verschärfen. Die Wirtschaftsforschungsgesellschaft Oxford Economics hat ihre Wachstumsprognose für die Branche im Jahr 2025 von 3,4 auf 2,4 Prozent nach unten korrigiert. Im schlimmsten Fall könnten anhaltende Unterbrechungen das Wachstum sogar vollständig zum Erliegen bringen.
Die Kombination aus dünnen Margen, verzögerten Zahlungen und steigenden Betriebskosten zehrt an der Branche. Mit wachsenden Insolvenzzahlen und schrumpfenden Wachstumserwartungen gibt es keine Anzeichen für eine Entspannung. Die Unternehmen müssen nun mit knapperen Budgets wirtschaften – in einem zunehmend schwierigeren Marktumfeld.






