Mercedes steht vor Milliardenklage wegen mutmaßlichen Diesel-Skandals
Hans-Jürgen PeukertFormer Daimler CEO Testifies in Court - Hearing Begins - Mercedes steht vor Milliardenklage wegen mutmaßlichen Diesel-Skandals
Historischer Rechtsstreit in Stuttgart: Anleger verklagen Mercedes-Benz wegen mutmaßlichen Abgasbetrugs
Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart bahnt sich ein großer juristischer Showdown an: Investoren ziehen Mercedes-Benz wegen angeblichen Abgasbetrugs vor Gericht. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Vorwurf, das Unternehmen habe wesentliche Informationen über Diesel-Emissionen verschwiegen – mit der Folge, dass Aktionäre Millionenverluste erlitten. Als Zeuge in den Prozess involviert ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche.
Die im Herbst 2023 eingereichte Klage stützt sich auf die Behauptung, Mercedes-Benz habe zwischen 2012 und 2018 gezielt Details zu Emissionsverstößen zurückgehalten. Die Anleger argumentieren, dass diese Informationspolitik zu erheblichen finanziellen Einbußen geführt habe. Im Rahmen eines Musterverfahrens fordern sie nun 1,25 Milliarden Euro Schadensersatz für eine Vielzahl von Klägern.
Dieter Zetsche, der in der fraglichen Zeit die Geschicke von Daimler lenkte, musste sich zu Vorwürfen äußern, ob der Vorstand systematisch EU-Abgasvorschriften umgangen habe. Das Gericht prüft, ob das Unternehmen unzulässige Abschalteinrichtungen einsetzte oder bewusst Entscheidungen traf, um Aufsichtsbehörden zu täuschen. Mercedes-Benz weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, es habe keine Beschlüsse auf Vorstandsebene gegeben, um Emissionsstandards zu unterlaufen.
Der Fall zählt zu den größten Anlegerklagen in Deutschland im Zusammenhang mit Diesel-Abgasen. Die Verhandlung wird sich voraussichtlich hinziehen, während beide Seiten Beweise und Zeugenaussagen vorlegen.
Das Urteil könnte weitreichende Folgen für Mercedes-Benz und seine ehemaligen Führungskräfte haben. Falls das Gericht zugunsten der Anleger entscheidet, droht dem Konzern eine milliardenschwere Zahlung. Zudem setzt der Prozess Maßstäbe dafür, wie künftig ähnliche Klagen im Zusammenhang mit Emissionsmanipulationen juristisch bewertet werden.