15 April 2026, 14:38

Merz' Rückkehrplan für Syrer löst politische Empörung und Fachkräftedebatte aus

Plakat, das Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse für Flüchtlinge ankündigt, mit mehreren Personen im Hintergrund, die Taschen tragen.

Merz' Rückkehrplan für Syrer löst politische Empörung und Fachkräftedebatte aus

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, nachdem er angedeutet hatte, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer in ihre Heimat zurückkehren könnten. Der Vorschlag löste bei Abgeordneten quer durch die Parteien Widerspruch aus, die sowohl die Machbarkeit als auch die möglichen Folgen infrage stellen. Experten warnen, der Plan könnte den Fachkräftemangel verschärfen und rechtsextreme Rhetorik befeuern.

Die Kontroverse begann, als Merz die Idee einer groß angelegten Rückkehr syrischer Geflüchteter ins Spiel brachte. Der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter wies den Vorschlag umgehend als wirtschaftlich fehlerhaft zurück. Er argumentierte, viele Syrer arbeiteten in Branchen, die bereits unter akutem Fachkräftemangel litten.

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Kiesewetter warnte zudem, rechtspopulistische Parteien könnten die durch solche Rückkehroffensiven geweckten Erwartungen für ihre Zwecke ausnutzen. Seine Bedenken teilte der SPD-Abgeordnete Hakan Demir, der die Bedeutung syrischer Arbeitskräfte für die Schließung kritischer Lücken auf dem Arbeitsmarkt betonte.

Der SPD-außenpolitische Sprecher Ralf Stegner bezeichnete die angestrebte Rückkehrequote von 80 Prozent als "völlig unrealistisch". Er verwies auf die instabile Sicherheitslage in Syrien und beschrieb die Verhältnisse dort als "höchst labil". Stegner forderte den Kanzler auf, sich lieber mit Fachleuten zu beraten, statt ein undurchführbares Ziel zu verfolgen.

Die Äußerungen des Kanzlers stoßen bei politischen Gegnern wie Verbündeten gleichermaßen auf breite Ablehnung. Kritiker verweisen auf die Gefahr, den Fachkräftemangel zu verschlimmern und rechtsextreme Gruppen zu stärken. Angesichts der anhaltenden Instabilität in Syrien dürfte die Debatte über die Rückkehr von Geflüchteten weitergehen.

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