27 March 2026, 10:32

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach konservativer Äußerungsdebatte

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor einem Gebäude mit Fenstern zu Reportern, umgeben von einer Gruppe von Menschen auf dem Boden, einige halten Mikrofone mit Ständern, und ein Seil an einem Pfahl befestigt, unter einem bewölkten Himmel.

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach konservativer Äußerungsdebatte

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat beschlossen, die Moderatorin Julia Ruhs als alleinige Gastgeberin des Reportageformats "Klar" abzulösen. Die Entscheidung folgt auf eine öffentliche Debatte über frühere Äußerungen von ihr, obwohl die NDR-Redaktion alle drei von ihr gedrehten Folgen für den Sender abgesegnet hatte. Ruhs, die sich selbst als "bürgerlich-konservativ" einordnet, wird die Sendung künftig nur noch für den Bayerischen Rundfunk (BR) präsentieren.

Auslöser war ein wiederaufgetauchtes Zitat aus einem Interview, das Ruhs 2022 mit dem Magazin Cicero geführt hatte. Damals sagte sie: "Selbst einige meiner Freunde haben durchaus rechtskonservative Ansichten." Die Aussage sorgte für Aufmerksamkeit, als die ZDF-heute show sie in einer satirischen Rubrik aufgriff. Moderator Oliver Welke kritisierte die Personalentscheidung des NDR mit den Worten: "Wir müssen alle mehr aushalten können." Ruhs selbst kommentierte die Darstellung der heute show später auf X mit den Worten "etwas gemein, aber sehr lustig".

Der Komiker Idil Baydar (bekannt als Jochen Bendel oder Bosetti) verteidigte hingegen den Schritt des NDR und bezeichnete Ruhs' Herangehensweise als "Populismus und schlechten Journalismus". Trotz der Kontroverse hat der NDR bereits Tanit Koch als Nachfolgerin für die ursprünglich Ruhs zugedachten "Klar"-Folgen benannt.

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Ruhs hatte ihre Karriere als BR-Volontärin begonnen und war innerhalb von drei Jahren zur Moderatorin aufgestiegen. Während ihre Zusammenarbeit mit dem NDR nach nur drei abgenommenen Folgen endet, bleibt sie dem Bayerischen Rundfunk erhalten. Koch übernimmt nun die "Klar"-Beiträge, die ursprünglich Ruhs zugedacht waren. Die Entscheidung spiegelt die anhaltende Diskussion über politische Neutralität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wider.

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