04 February 2026, 23:31

Neues Gewaltschutzgesetz: Wie Mannheim Schutz für betroffene Frauen konkret umsetzt

Eine Frau steht an einem Podium mit einem Mikrofon, wahrscheinlich spricht sie über Frauenrechte.

Neues Gewaltschutzgesetz: Wie Mannheim Schutz für betroffene Frauen konkret umsetzt

Fachkonferenz zum neuen Gewaltschutzgesetz: Experten diskutieren Umsetzung in Mannheim

Am 16. Januar fand in Mannheim eine Fachkonferenz zum neuen Gewaltschutzgesetz Deutschlands statt. Die Veranstaltung brachte Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen, um zu erörtern, wie das Gesetz in der Praxis funktionieren wird. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen, um Schutz und Unterstützung für Betroffene von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt zu gewährleisten – noch vor dem vollständigen Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 2032.

Das Gewaltschutzgesetz verankert erstmals einen rechtlich verbindlichen Anspruch auf Schutz und professionelle Beratung für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Zudem schreibt es den Aufbau langfristiger Unterstützungsstrukturen vor, etwa durch sichere Frauenhäuser und Beratungsstellen, sowie verstärkte Präventionsmaßnahmen. Dr. Marie-Luise Löffler skizzierte in ihrem Vortrag die zentralen Ziele und Herausforderungen des Gesetzes und betonte den dringenden Bedarf an zuverlässigen, flächendeckenden Hilfsnetzwerken.

Zahra Deilami, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim, hob die Bedeutung des Gesetzes als "historischen Wandel" im Kampf gegen geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt hervor. Sie wies darauf hin, dass die Umsetzung für Kommunen nun eine gesetzliche Verpflichtung darstelle. Seit dem ersten Stufenplan im Februar 2025 seien bundesweit bereits 152 neue Frauenhäuser und Beratungsstellen entstanden oder ausgebaut worden, wie aus Bundesberichten vom Januar 2026 hervorgeht. Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen mit 48 neuen Einrichtungen, gefolgt von deutlichem Wachstum in Bayern und Berlin.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf besonders schutzbedürftigen Gruppen, darunter Frauen mit Behinderungen, geflüchtete Frauen und wohnungslose Betroffene. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Fachschulungen, bessere Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit Priorität für Mannheim haben. Angela Müller-Schreckenberger präsentierte aktuelle Fortschritte des Landes bei der Umsetzung des Gesetzes sowie geplante nächste Schritte.

Auch die Arbeit mit Tätern wurde intensiv diskutiert: Fachleute argumentierten, dass ein wirksamer Opferschutz Interventionsmaßnahmen für Gewalttäter einschließen müsse.

Die Mannheimer Konferenz zeigte sowohl Fortschritte als auch verbleibende Herausforderungen bei der Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes. Mit bereits 152 neuen Unterstützungszentren nimmt das Gesetz langsam Gestalt an – noch vor der Frist 2032. Nun liegt es an den Kommunen, sicherzustellen, dass alle schutzbedürftigen Gruppen Zugang zu Hilfe erhalten und die Strukturen vollumfänglich greifen.