Neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg hilft Schwerstkranken mit Post-Akuten-Infektionssyndrom
Verena KramerNeues Pilotprojekt in Baden-Württemberg hilft Schwerstkranken mit Post-Akuten-Infektionssyndrom
Pilotprojekt in Baden-Württemberg soll Versorgung von Erwachsenen mit schwerem Post-Akuten-Infektionssyndrom verbessern
Ein neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg zielt darauf ab, die Versorgung von Erwachsenen mit schwerem Post-Akuten-Infektionssyndrom (PAIS) zu optimieren. Gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, wird die Initiative an der Universität Heidelberg von November 2025 bis Mai 2027 durchgeführt. Ziel ist es, bettlägerigen oder in ihrer Mobilität stark eingeschränkten Patient:innen gezielte Unterstützung zu bieten und gleichzeitig wissenschaftliche Grundlagen für langfristige Versorgungslösungen zu schaffen.
Das Projekt mit dem Titel „Versorgung von Erwachsenen mit schweren funktionellen Beeinträchtigungen durch Post-Akute-Infektionssyndrome in Baden-Württemberg (SEVERE-PAIS)“ erprobt zwei Versorgungsmodelle: Ein Ansatz setzt auf telemedizinische Betreuung und ein interdisziplinäres Online-Programm, der andere auf ambulante Hausbesuche. Die Forscher:innen werden beide Modelle vergleichen, um zu ermitteln, welches die Bedürfnisse der 30 am stärksten betroffenen teilnehmenden Patient:innen besser erfüllt.
PAIS kann nach Infektionen wie SARS-CoV-2, dem Epstein-Barr-Virus oder dem Varizella-Zoster-Virus auftreten. Die Diagnose erfordert spezifische Kriterien und den Ausschluss anderer Erkrankungen. Im Rahmen des Projekts werden medizinische und psychologische Daten erhoben – darunter Aufzeichnungen von Wearables und Fragebogenantworten. Diese Informationen bilden die Grundlage für eine dauerhafte Regelversorgung. Zudem entsteht aus den gesammelten Daten ein Patientenregister sowie eine Biobank, die künftige Forschungsvorhaben unterstützen und die Behandlungsstrategien für PAIS-Patient:innen weiter verfeinern sollen. Die Initiative will damit aktuelle Versorgungslücken schließen, indem sie individuelle Hilfe anbietet und gleichzeitig das systematische Wissen über die Erkrankung erweitert.
Das auf 19 Monate angelegte Projekt endet im Mai 2027. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Versorgungsstandards für schwer erkrankte PAIS-Patient:innen zu verbessern. Durch die Kombination aus direkter Patientenunterstützung und Forschung strebt das Vorhaben an, sowohl die akute Behandlung als auch langfristige Gesundheitsstrategien zu optimieren.