06 May 2026, 01:33

Nouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik als gefährliches Spiel

Detailierte Kartenvorlage der iranisch-sowjetischen Grenze mit geografischen Merkmalen und Landesgrenzen, begleitet von erklärendem Text.

Nouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik als gefährliches Spiel

Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat Deutschlands Umgang mit dem Iran scharf kritisiert. Er wirft der aktuellen Strategie vor, das Land lediglich in eine reaktive Rolle zu drängen, statt selbst gestaltend auf die Entwicklungen einzuwirken. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen in der Straße von Hormus, wo der Iran gezielt zivile Frachtschiffe angegriffen hat.

Besonders kritisiert Nouripour Außenminister Johann Wadephul (CDU), dem er vorwirft, gegenüber dem Iran nicht entschlossener aufzutreten. Die passive Haltung Deutschlands habe den deutschen Einfluss in der Region geschwächt, so der Grünen-Politiker. Die Lage in der Straße von Hormus sei längst eskaliert und habe ein nicht mehr hinnehmbares Ausmaß erreicht, insbesondere durch die wiederholten Angriffe auf Handelsschiffe.

Laut Nouripour geht der Iran mittlerweile davon aus, in Verhandlungen die Oberhand zu haben. Dass das Land Sanktionen und Druck überstanden habe, habe es ermutigt, die Bedingungen selbst zu diktieren. Er fordert, dass die europäischen Staaten, die direkt von den iranischen Aktionen betroffen sind, eigene diplomatische Initiativen ergreifen müssen.

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Der Grünen-Politiker betont, dass die Aggression des Iran gegen die zivile Schifffahrt nicht ohne Konsequenzen bleiben dürfe. Ohne eine entschlossenere Haltung werde die aktuelle Pattsituation nur die Position Teherans stärken, warnt er.

Nouripours Kritik spiegelt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Iran-Politik Deutschlands wider. Er plädiert für einen Wechsel von reaktiver Zurückhaltung zu proaktiver Diplomatie – vor allem seitens der Länder, die am stärksten unter den iranischen Handlungen leiden. Die Frage bleibt, ob die europäischen Staaten nun neue Verhandlungen vorantreiben oder ihren bisherigen Kurs fortsetzen werden.

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