NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos!"
Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Eltern, Erzieherinnen und Kinder versammelten sich diese Woche in Lennestadt unter dem Motto "Wir sind sprachlos!" , um gegen die Reformpläne zu demonstrieren. Sollten die Änderungen verabschiedet werden, treten sie bereits nächstes Jahr in Kraft – doch Kritiker warnen, dass sie den Personalmangel verschärfen und die Betreuungsqualität weiter verschlechtern könnten.
Die Proteste wurden vom Trägerverbund WIR-KITAs organisiert; in den kommenden Wochen sind weitere Kundgebungen vor anderen Kindertageseinrichtungen geplant. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens in Saalhausen, erklärte, das aktuelle System lasse Erzieherinnen frustriert zurück und erfülle die Bedürfnisse der Kinder nicht. Das vorgeschlagene Modell aus "Kern- und Randzeiten" werde die Standards zusätzlich senken, so ihre Befürchtung.
Auch Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, äußerte scharfe Kritik am Gesetzentwurf. Sie fürchtet, die Neuerungen könnten die Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtigen. Gleichzeitig kämpfen viele Einrichtungen bereits mit explodierenden Energiekosten und einem chronischen Personalnotstand. Die Landesregierung hat zwar für das kommende Kita-Jahr, das im August beginnt, zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt – doch die Träger halten dies für unzureichend. Schon die KiBiz-Reform, die im Januar in Kraft trat, habe die Inflation nicht ausreichend berücksichtigt.
Die Proteste spiegeln tiefe Sorgen um Finanzierung, Personalausstattung und Betreuungsqualität wider. Falls die Reformen umgesetzt werden, könnte der Druck auf die Kitas noch weiter steigen. Die zusätzlichen Mittel der Landesregierung haben kaum dazu beigetragen, die Ängste um die Zukunft des Systems zu zerstreuen.






