Orange Bänke gegen Gewalt werden immer öfter zum Ziel von Vandalen
Orangefarbene Bänke als Symbol gegen Gewalt: Immer häufiger Ziel von Vandalen
Im Rahmen der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellte orangefarbene Bänke in ganz Deutschland werden immer wieder von Vandalen angegriffen. Die Vorfälle ereignen sich zu einer Zeit, in der Gleichstellungsbeauftragte von wachsender Feindseligkeit berichten – viele sehen sich mit Drohungen, Budgetkürzungen und offener Ablehnung konfrontiert. Behörden warnen, dass antifeministische Angriffe zunehmend organisierter und aggressiver werden.
In den vergangenen Wochen wurden die orangefarbenen Bänke – weltweit ein Symbol im Kampf gegen Gewalt an Frauen – in Osnabrück mit Parolen beschmiert, in Wiesbaden gestohlen und in Annweiler so verändert, dass sie Gewalt verherrlichten. Diese Taten sind Teil eines größeren Trends: Antifeministische Aktivitäten nehmen in Deutschland an Fahrt auf.
Laut einem Bericht der Meldestelle Antifeminismus aus dem Jahr 2024 wurden 558 Vorfälle registriert – im Schnitt zehn pro Woche. Über 60 Prozent der befragten Gleichstellungsbeauftragten gaben an, dass ihre Arbeit angegriffen wurde, 40 Prozent erlebten in den letzten zwei Jahren sogar mehrfach solche Angriffe. Fünf Prozent erhielten explizite Drohungen, darunter Todesdrohungen.
Die politische Unterstützung für Gleichstellungsinitiativen bleibt schwach, Fördergelder sind gefährdet, und Beamte sagen Termine ab. Als Reaktion bilden die Beauftragten nun Bündnisse und setzen auf sachliche, professionelle Kommunikation, um gezielte Zermürbungstaktiken zu kontern. Sie betonen, wie entscheidend interne Rückendeckung innerhalb ihrer eigenen Verwaltungen ist, um dem Druck standzuhalten.
Antifeminismus, mittlerweile als organisierte politische Bewegung anerkannt, richtet sich zunehmend gegen Frauen- und queere Rechte. Die Zerstörung von Kampagnensymbolen spiegelt ein breiteres Klima des Widerstands gegen Gleichstellungsbemühungen wider.
Die wiederholten Angriffe auf die Kampagnenbänke und die Zunahme von Drohungen gegen Gleichstellungsbeauftragte zeigen die wachsenden Herausforderungen, vor denen Aktivistinnen und Aktivisten stehen. Ohne stärkere politische und institutionelle Unterstützung könnte der Fortschritt in der Gleichstellung ins Stocken geraten, warnen Expert:innen. Die Vorfälle deuten zudem auf einen Wandel hin: Der Widerstand in Deutschland wird zunehmend koordinierter.






