Pattsituation in Baden-Württemberg: Grüne und CDU ringen um Macht nach knapper Landtagswahl 2026
Verena KramerGrüne bestätigen Fraktionsvorsitz im Landtag - Pattsituation in Baden-Württemberg: Grüne und CDU ringen um Macht nach knapper Landtagswahl 2026
Baden-Württemberg steckt nach der Landtagswahl am 8. März 2026 in einer politischen Pattsituation. Die Grünen haben sich mit 30,2 Prozent der Stimmen knapp an die Spitze gesetzt, während die CDU mit 29,7 Prozent dicht dahinterliegt. Beide Parteien verfügen nun über jeweils 56 Sitze im Landtag – ein seltenes Patt, das schwierige Koalitionsverhandlungen erzwingt, um die gemeinsame Regierungsarbeit fortzusetzen.
Seit 2016 regieren die Grünen und die CDU Baden-Württemberg unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Diese ungewöhnliche Partnerschaft entstand, nachdem die Grünen nach der Fukushima-Katastrophe 2011 erstmals mit der SPD eine Regierung gebildet hatten. Als die SPD an Unterstützung verlor, wechselten die Grünen zur CDU und schmiedeten ein stabiles Bündnis, das bei der Wahl 2021 bestätigt wurde.
Die jüngsten Wahlergebnisse haben jedoch Unsicherheit ausgelöst. Da keine der beiden Parteien allein regieren kann, bleibt eine erneute Koalition aus Grünen und CDU die einzige realistische Option. Doch die CDU pocht auf Zugeständnisse, was die Verhandlungen erschwert. Zudem belastet ein alter Video-Skandal den CDU-Landesvorsitzenden Manuel Hagel, während Cem Özdemir zunehmend als möglicher Nachfolger Kretschmanns als Ministerpräsident gehandelt wird.
Vorerst behalten die Grünen die Führung im Landtag. Andreas Schwarz bleibt Fraktionsvorsitzender, seine formelle Wiederwahl steht für Mai an. Özdemir ist zudem in den Parteivorstand aufgestiegen – ein Zeichen für seine wachsende Rolle in der künftigen Ausrichtung der Grünen. Die CDU hingegen hat jede Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD kategorisch ausgeschlossen, was den Weg zu einer alternativen Koalition versperrt und die Grünen erneut als einzigen möglichen Partner übrig lässt.
Die Pattsituation nach der Wahl führt Baden-Württemberg in politisches Neuland. Eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition ist der einzige gangbare Weg zu einer stabilen Regierung, doch die Verhandlungen drohen an CDU-Forderungen und personellen Wechseln zu scheitern. Die politische Zukunft des Landes hängt nun davon ab, ob die beiden Parteien in den kommenden Wochen einen Kompromiss finden.






